Steinen „Politik ist nicht da, sie wird gemacht“

Markgräfler Tagblatt, 23.10.2016 22:00 Uhr

Die Bilanz, die der bisherige CDU-Ortsverbandsvorsitzende Bernhard Ebner bei der Jahreshauptversammlung seiner Partei am Freitag im „Vesuvio“ nicht nur für das zurückliegende letzte, sondern auch für die übrigen 19 Jahre seiner Amtszeit zog, konnte sich sehen lassen.

Steinen (hjh). Daran konnten auch die beiden jüngsten Niederlagen – Landtagswahl und Bürgermeisterwahl endeten nicht so, wie sich das die CDU in der Gemeinde gewünscht hatte – nichts ändern.

Unter seiner Führung habe der Ortsverband die „leicht rötliche Null“ in der Kasse unter Mithilfe von Fritz Förster bald vergessen lassen. Die Weihnachtsfeiern wurden durch Neujahrsempfänge ersetzt, 1997 sorgte die CDU mit für eine vernünftige Finanzierung des Bürgerhauses in Hüsingen und 1998 setzte die CDU mit Karl-Friedrich Hug eine Bürgerversammlung zum Thema „Knotenpunkt B 317“ durch. 1999 kam Günther Oettinger zu Besuch nach Steinen, 2000 wurde die Wiesenbrücke saniert, 2006 arbeitete Ebners Team mit an den großartigen Erfolgen von Ulrich Lusche (Landtag) und Armin Schuster, der 2009 zum Bundestagsabgeordneten gewählt wurde und seinen Erfolg fünf Jahre danach weiter ausbauen konnte.

Natürlich war die CDU an zahlreichen Projekten in der Gemeinde maßgeblich beteiligt. Ebner erinnerte vor allem an die Steinener Gespräche, die sich zu einem viel genutzten Sprachrohr für die Bürger im Kernort wie auch in den Ortsteilen entwickelt haben.

Leider blieben die Mitgliederzahlen – die CDU zählt 29 Mitstreiter – hinter den Erwartungen Ebners zurück. Die Aufgabe, junge Menschen für die Politik zu begeistern, nimmt nun Benjamin Blum mit in sein neues Amt. Armin Schuster allerdings glaubt, dass solche Zahlen weit weniger wichtig sind wie ein so „vitaler Kern“ im Vorstand, wie ihn die CDU dank Bernhard Ebner und seiner Familie in Steinen vorweisen könne. Ein helles Licht mache schon von weitem auf den Ortsverband aufmerksam, lobte der Kreisvorsitzende, der sich nun aber auch auf die Zusammenarbeit mit den Neuen freute: „Es ist schön, dass sich ausreichend junge Männer und Frauen bereit erklärten, mitzumachen.“ Auch sie werden nun eine bittere Seite ihrer künftigen Arbeit kennenlernen: „Leider verstehen nur sehr wenige Menschen, dass Politik nicht einfach nur so da ist, sondern dass sie gemacht werden muss.“ Wer das erkenne, verstehe es schließlich auch, „Idioten, Chaoten und politische Geisterfahrer“ im Zaum zu halten – so, wie das Bernhard Ebners Team in den vergangenen 20 Jahren verstanden habe, sagte Armin Schuster.

 
 

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