Todtnau Alten- und Pflegeheim muss auf Wirtschaftlichkeit achten

Markgräfler Tagblatt, 09.08.2017 20:06 Uhr

Todtnau. „Die Themen Pflegefinanzierung, fehlende Pflegeplätze und Fachkräfte, Reform der Pflege und der Ausbildung bewegen uns alle,“ hielt der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger bei seinem Besuch in Todtnau fest. Wie das Alten- und Pflegeheim und die Stadt Todtnau als Träger mit diesen Problemen umgehen, erläuterten Bürgermeister Wießner und Heimleiterin Marita Steinebrunner der SPD-Besuchergruppe mit Stickelberger, dem SPD-Bundestagskandidaten Jonas Hoffmann und zahlreichen SPD-Mandatsträgern aus dem gesamten oberen Wiesental.

Wie fast alle Heime im Dreiländereck hat auch dasjenige in Todtnau mit fehlenden Fachkräften und Nachwuchssorgen für die Ausbildung zu kämpfen. Die aktuelle Ausbildungsreform nütze gerade dem ländlichen Raum nicht, betonte Marita Steine-brunner auf Nachfrage von David Kaiser, da diese Praxisstunden auch in Bereichen erfordere, die der Landkreis kaum abdecken könne.

Doch die Nachfrage nach einem Platz ist auch in Todtnau groß. „Wir erhalten täglich Anrufe aus dem ganzen Kreis und unsere Warteliste umfasst 20 bis 25 Personen“, so Steinebrunner. Das Einzugsgebiet des Heims umfasst somit den gesamten Landkreis, Schwerpunkt sind jedoch die Todtnauer Bürger sowie Menschen mit Wurzeln in Todtnau. Der Gemeinderat habe daher bereits eine Erweiterung des Heims beschlossen, „damit jeder aus der Raumschaft auch einen Platz bekommt“, informierte Andreas Wießner.

Dass die Nachfrage so groß ist, liegt auch am Heim selber. Mit schönem Garten, erweiterter Kapelle, freundlichen und individuellen Zimmern, hervorragend funktionierenden Kooperationen mit der Apotheke, Gemeinschaftspraxis, Hospizgruppe sowie mit einer eigenen Küche, die auch Todtnauer Betriebe beliefert und einen Mittagstisch für Gäste bedient, bietet das Heim „eine beindruckende Infrastruktur“, wie Stickelberger betonte. Unterstützung erhält es dabei auch vom Förderverein, der hier, so Willi Weber, „in sieben Jahren über 50 000 Euro investiert hat“.

Zugleich muss das Heim jedoch wirtschaftlich arbeiten – eine Herausforderung angesichts des genau vorgegebenen Personalschlüssels oder der neuen Vorschriften, die etwa eine Unterbringung im Doppelzimmer nicht mehr erlauben. „Wir müssen auf die Wirtschaftlichkeit achten und wir wissen, dass du da eine gute Arbeit machst“, lobte SPD-Fraktionschef Jochen Stückler die Heimleiterin. Er gab aber auch zu bedenken: „Bei Kindergärten sind Zuschüsse selbstverständlich.“

 
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