Todtnau Todtnauer Modell hat Vorbildcharakter

Markgräfler Tagblatt, 28.12.2016 22:00 Uhr

Todtnau. Etwas eng wurde es für den CDU-Bundestagsabgeordneten Armin Schuster, als er sich kürzlich zusammen mit den AOK-Geschäftsführern Uwe Schreiber und Uwe Daltoe sowie Dr. Martin Honeck, Hausarzt im Gesundheitszentrum Todtnau, ins „VERAHmobil“ setzte. Das mit einer Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) angestrebte Fahrtziel war der Wiedener Weiler Laitenbach. Der Politiker wollte sich einen Eindruck verschaffen von der Arbeitsbelastung eines Landarztes, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Gleichzeitig nutzte Schuster die Möglichkeit, Lösungsansätze für ein anstehendes Versorgungsproblem zu diskutieren. Landärzte haben es kurz vor ihrem Ruhestand immer schwerer, einen Nachfolger zu finden. Zu sehr schrecken Arbeitsbelastung und weite Wege ab. Das Gesundheitszentrum Todtnau hat in den Augen von Schuster Vorbildcharakter: „Dr. Honeck und seine Kollegen decken hier ein breites Spektrum ärztlicher Leistungen ab.“ Eine so genannte hausarztzentrierte Versorgung bringe für alle Beteiligten nur Vorteile.

Diese war 2009 auf den Weg gebracht worden. Uwe Schreiber: „In der hausarztzentrierten Versorgung rechnet der Arzt nicht mehr mit der Kassenärztlichen Vereinigung, sondern direkt mit der Krankenkasse ab, das geht nicht nur einfacher und schneller, die Vergütungssätze liegen auch höher.“

„Auch für den Patienten ergeben sich viele Vorteile“, erklärt Martin Honeck. „Patienten warten maximal eine halbe Stunde bei einem festen Termin und höchstens 14 Tage auf einen Facharzttermin. Außerdem haben wir dreimal wöchentlich Abendsprechstunden eingerichtet.“

Eine besondere Entlastung für die Gemeinschaftspraxis bietet die Versorgungsassistentin, deren Einsatz der Bundestagsabgeordnete hautnah miterleben durfte. „Die VERAH übernimmt bei uns den Großteil der zeitaufwendigen Hausbesuche und vor Ort dann auch alle niederschwelligen ärztlichen Leistungen“, beschreibt Honeck die Vorteile. Möglich macht das eine Zusatzqualifikation über den Hausärzteverband.

Armin Schuster findet dieses Modell bemerkenswert. „Die Versorgungsproblematik auf dem Land ist ständiges Diskussionsthema in der CDU-Fraktion“, so der Abgeordnete. „In der Gemeinschaftspraxis Todtnau sehe ich viele Anhaltspunkte, die zu einer Lösung auch auf bundesweite Sicht beitragen können.“