Weil am Rhein AfD soll entzaubert werden

Weiler Zeitung, 05.11.2016 00:00 Uhr

Von Marco Fraune Weil am Rhein. Jonas Hoffmann und Patrick Schnell wollen dem CDU-Bundestagsabgeordneten Armin Schuster sein Direktmandat im Wahlkreis Lörrach im nächsten Jahr streitig machen. Während der Haltinger Christdemokrat bei der Mitgliederversammlung der heimischen SPD von den beiden Bewerbern nicht einmal beim Namen genannt wurde, war die Rückbesinnung auf die soziale Gerechtigkeit und zugleich eine Weichenstellung der Partei für die Zukunft zentral. Klar ist aber auch, dass nur Schnell oder Hoffmann für die SPD im Wahlkreis Lörrach ins Bundestagswahl-Rennen geht. Der Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger und der Weiler Fraktionschef Johannes Foege klopften daher bei der knapp zweieinhalbstündigen Versammlung am Donnerstagabend die Positionen der Kandidaten ebenso ab wie Brigitte Pantze, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Weil und Haltingen, und weitere Mitglieder. Dass Patrik Schnell erst 19 Jahre ist, will er als Vorteil nutzen, also auch die Jugend für die SPD gewinnen. Mit einer kürzeren Info-Weitergabe sollen die Botschaften ankommen. Der Abiturient aus Heitersheim setzt beim Thema Rente auf eine Expertengruppe. Klar sei aber auch: „Wir müssen einmal durch den Dreck.“ Doch auch die Bürokratie innerhalb der Partei müsse abgebaut und umgestaltet werden. Der 31-jährige Jonas Hoffmann ist erst seit März 2014 SPD-Mitglied und nach einer einjährigen Weltreise nun als IT-Abteilungs- und Projektleiter in Zürich tätig. Als politische Themenschwerpunkte und Herausforderungen nannte er den digitalen Wandel, die soziale Gerechtigkeit und dass Angst eine zu große Rolle spiele. Vernunft, Mitgefühl und Nächstenliebe seien ein besserer Ratgeber als Angst. Hoffmann setzt weiter auf das Umlagesystem bei der Rentenversicherung, aber auch auf eine flexible Rentenaltersgrenze. Da sich die Arbeitswelt und damit die Mitarbeiterstruktur verändere, steht für ihn fest: „Die SPD ist gezwungen, sich neu zu erfinden.“ Einigkeit herrschte bei beiden Kandidaten hinsichtlich des Umgangs mit der AfD. Aufgabe sei, diese zu entzaubern und zu entlarven. Die AfD biete schließlich keine vernünftigen Lösungen. Ehrungen für langjährige SPD-Mitgliedschaft 10 Jahre: Lars Kühne, Johannes Obgamicael, Norman Rusche; 40 Jahre: Horst Brenneisen, Christel Osswald, Christa Reinelt, Gisela Witkowiak, Wolfgang Knopf, Hans Wilhelm; 65 Jahre: Nikolaus Lorenz Die Delegierten für die Nominierungskonferenz der Bundestagskandidaten auf Kreisebene: Rainer Stickelberger, Brigitte Pantze, Stefan Reinelt, Marianne Scheibe, Mona Stickelberger, Renate Strobel, Wolfgang Knopf, Gerhard Scheibe, Daniel Wölfle, Johannes Foege, Monika Sulzberger. Diese insgesamt elf Delegierten wurden auch als Weiler Vertreter für den Landesparteitag gewählt, bei dem es um die Listenaufstellung geht.