Kraftvolle neue Akzente in der Kulturszene des Dreiländerecks setzen will künftig die Galerie „Underground – Frei Raum für Kunst“ von Christine und Rolf Frei, die am 10. April am Eimeldingerweg 14 in Haltingen ihre Pforten öffnet. Von Walter Bronner Weil am Rhein-Haltingen. Zwar ist in diesem Fall der Begriff „Pforten“ nur im übertragenen Sinne angemessen. Denn der Zugang zum neuen Refugium für alle Formen der bildenden Kunst erfolgt durch eine unscheinbare Kellertüre, hinter der sich ein ehemaliges Material- und Kohlelager mit darüber liegender Werkstatt befindet. Der schlichte Bau, der auch schon als Luftschutzkeller diente, gehört zum denkmalgeschützten Ensemble der 1908 erbauten Villa von Albert Frei, dem damaligen Direktor der Haltinger Elektra und Großvater des heutigen Eigentümers, des weithin bekannten und international vernetzten Fotografen Rolf Frei. Dessen modernes Atelier und Fotostudio befindet sich seit 2004 ebenfalls auf dem herrschaftlichen Anwesen. Letztes Jahr haben Freis die Keller- und Lagerräume artgerecht restauriert, das heißt: weitgehend in ihrem Urzustand belassen, um die Authentizität so zu sichern, dass die ursprüngliche „Underground“-Atmosphäre gewahrt bleibt. Diese habe „nur über hundert Jahre abgebröckelten Putz, eine puristische Betonsäule im Zentrum sowie einen Betonboden zu bieten, der nicht erst im Clean-Schick verlegt wurde“, beschreibt Max Frei, der Sohn des Galeristen, das Ambiente des „Klassischen Nichtorts“ in einem Text zur Eröffnung. In dem ist auch vermerkt, dass der Vater, „der zuletzt im Unterholz herumkroch, um pflanzliche Details durch den gezielten fotografischen Blick ans Tageslicht zu zerren“, genau wisse, wie man mit dem Gegenstrom kokettieren, also die Räume mit ihrem urbanen, postindustriellen Charme repräsentativ nutzen könne und es höchst spannend werden dürfte, „wie die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler auf diesen Ort eingehen“. 27 renommierte Künstlerstellen zur Eröffnungder neuen Galerie aus Insgesamt 30 internationale Künstlerpersönlichkeiten wurden von Christine und Rolf Frei eingeladen, sich an der Eröffnungsausstellung mit einem Werk zum Stichwort „Underground“ zu beteiligen. Von 27 bekamen sie eine Zusage. Es sind dies die Malerinnen und Maler Ruth Loibl (Rheinfelden), Karl Merkel (Baden-Baden) und Peter Bosshart (Efringen-Kirchen), sodann neben dem Galeristen selbst die Fotografinnen und Fotografen Vincenco del Vechhio (Como), Harald Derks (Wiesloch), Noë Flum (Zürich), Max Galli (St. Moritz), Malin Gewinner, Arwed Messmer (beide Berlin), Dietmar Hanneke (Stuttgart), Regine Flury, Dominik Labhardt, Kurt Wyss (alle Basel), Amanda Lim, Mikael Wardana (beide Sydney), Friedrich Reinert (Haagen), Françoise Saur (Colmar), Lé Sibenaler (Luxembourg), Rene Thoma (Freiburg) Tilian-Photo (Hasel) und Niv Tishbi (Tel Aviv). Mit Skulpturen, Plastiken, Objektkunst und Installationen vertreten sind zudem Johannes Beyerle (Malsburg-Marzell), Jürgen Brodwolf (Kandern), Kathrin Stalder, Claudio Cassano (beide Basel), Bernd Goering (Egringen) und Max Sauk (Holzen). n Vernissage ist am Sonntag, 10. April, ab 14 Uhr (open end). Weitere Öffnungszeiten bis 15. Mai sind freitags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr; Dienstag bis Donnerstag nach Vereinbarung (Tel. 07621/16 126 72).

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