Weil am Rhein Messe bietet auch Anlass zur Kritik

Weiler Zeitung, 20.03.2017 22:00 Uhr

Die weltweit größte Uhren- und Schmuckmesse Baselworld öffnet am Donnerstag ihre Pforten. Davon profitieren auch die Hotels in Weil am Rhein – es gibt aber auch kritische Stimmen.

Weil am Rhein. Das Hotel Leopoldshöhe ist laut Inhaber Andreas Ott zu 70 Prozent belegt. „So schlecht war die Auslastung noch nie, das hat es in 23 Jahren noch nicht gegeben“, sagt er auf Nachfrage. Als Gründe führt er an, dass die Menschen kein Geld mehr für Luxusgüter hätten, aber auch das Überangebot an Hotels und hotelähnlichen Einrichtungen wie Privatwohnungen, die zeitweise vermietet werden und für die es kaum Auflagen gebe, spiele eine Rolle. „Es läuft nicht schlecht und unsere Gäste kommen aus der ganzen Welt, aber wenn die Messepolitik so bleibt, ist es möglich, dass die Baselworld irgendwann in eine andere Stadt wandert und das wäre eine Katastrophe“, erklärt Ott im Hinblick auf die hohen Preise in Basel.

Über eine „erhebliche Nachfrage“ kann sich dagegen das B&B-Hotel freuen. „Das hat sich schon seit Monaten abgezeichnet“, erklärt ein Mitarbeiter. „Wir haben vielleicht noch an einem Tag ein Zimmer frei, aber das wird auch noch belegt.“ Die Gäste sind international, kommen aus ganz Europa, aber auch aus Fernost. Allgemein erlebe das B&B die Baselworld zweigeteilt, berichtet der Mitarbeiter. Zunächst reisen die Messebauer an, die auch in Hotels untergebracht werden, und nun kommen Aussteller und Besucher.

Im Vergleich zum Vorjahr seien es eher noch mehr Gäste geworden. „Auch vor dem Hintergrund der Preisgestaltung in Basel, die ja teilweise aberwitzig ist“, sagt der Mitarbeiter. Aufgrund der hohen Messezuschläge partizipiere Weil am Rhein somit mehr. Überbewerten will er die Baselworld jedoch nicht: „Sie ist eine Messe von mehreren.“

Auch im Hotel Central waren bereits seit Anfang Februar Messebauer zu Gast. „Jetzt findet ein fliegender Wechsel statt und die Aussteller reisen an“, sagt Geschäftsführer Thomas Bayer. Die Auslastung sei hervorragend und die Baselworld definitiv ein Höhepunkt im Jahr. „Vergangene Woche kam sogar noch eine Anfrage, da mussten wir dann absagen.“ Die Zahlen seien im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. „Ich weiß, dass die Messe etwas rückläufig ist, aber unser Hotel liegt sehr zentral und wir haben auch Stammgäste. Wenn sie abreisen, buchen sie schon den Aufenthalt für nächstes Jahr“, erklärt Bayer.

Die Hotelgäste kommen laut dem Central-Geschäftsführer unter anderem aus China, Amerika, Japan und Kasachstan. „Die Asiaten treffen sich bereits um 6 Uhr morgens vor dem Hotel zum Joggen, um 7.30 Uhr ist dann Abfahrt zur Messe“, erzählt Bayer. Allgemein hätten die Gäste während der Baselworld einen sehr vollen Terminkalender – abends stünden noch Treffen mit Einkäufern an. So seien sie oft „nur zum Schlafen“ da.

Auch der „Schwanen“ ist komplett belegt. „Ein Hotel kann nicht mehr als voll sein“, freut sich Carmen Ritter, die den Betrieb mit ihrem Mann führt. Auch das Restaurant profitiere von den Gästen. Sie kommen beispielsweise aus Italien, Spanien, Russland und Österreich. Hauptsächlich übernachten Aussteller, die dann vom ersten bis zum letzten Tag bleiben. Im Vergleich zu den Vorjahren fällt Ritter auf, dass keine deutschen Gäste angereist seien. „Das ist schade, aber vermutlich ist Basel einfach zu teuer für deutsche Aussteller – die Standpreise sind ja immens.“

 
 

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