Weil am Rhein Modernes „Seniorenheim mit Herz“

Weiler Zeitung, 16.03.2014 23:02 Uhr

Von Alexandra Günzschel

Weil am Rhein. Wenn die „Landkreismutter“, der „Bundesonkel“ und der „Landesbruder“ alle zu einer Veranstaltung kommen, um eine Rede zu halten – dann muss es schon etwas Wichtiges sein. In diesem Fall stand die 50-Jahr-Feier des Pflegeheims Markgräflerland an.

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Die „Landkreismutter“ war natürlich Landrätin Marion Dammann. Der elsässische Liedermacher Robert Frank Jacobi, der unterhaltsam für den musikalischen Rahmen bei der Jubiläumsfeier sorgte, hatte sie so genannt, bevor er ein Lied zum Thema „Familie“ zum Besten gab. Armin Schuster, MdB, bezeichnete sich daraufhin selbst als „Bundesonkel“, worauf Ulrich Lusche, MdL, mutmaßte dann wohl der „Landesbruder“ zu sein.

Die Landrätin wies auf den Mangel an Kurzzeitpflegeplätzen hin, den der Landkreis möglichst bald beheben wolle. In der Bürgernähe und Gemeinwohlorientierung des Landkreises sah sie gewichtige Argumente für die Trägerschaft des Eigenbetriebs „Heime des Landkreises Lörrach“, zu denen auch das Weiler Pflegeheim gehört. Auch lobte Marion Dammann das ehrenamtliche Engagement von derzeit 80 Mitarbeitern in der Weiler Einrichtung.

Armin Schuster war eigens früher aus Berlin angereist, um das Jubiläum zu würdigen. Mehrfach habe ihn der ehemalige Kreisrat Heinz Schleyer durch eben dieses Pflegeheim geführt, wobei er vieles über die Pflege in Deutschland gelernt habe. Sechs Milliarden Euro mehr als in den vergangenen vier Jahren wolle die Große Koalition nun in die Pflege, unter besonderer Berücksichtung der Demenzkranken, investieren, erklärte der Bundestagsabgeordnete. Im Pflegeheim Markgräflerland sah er einen symbolischen Ort, habe sich das Haus doch vom „Satt-und-Sauber-Altenheim“ zu einem hochqualifizierten Seniorenheim mit Herz gewandelt. Auch Ulrich Lusche berichtete von lehrreichen Hausführungen durch Heinz Schleyer. Er sprach von der Pflege als einer der zentralen Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft stehe.

„Am Anfang stand die Erkenntnis und der Wunsch, älteren Menschen, die ihren Lebensabend nicht mehr alleine bestreiten können oder in einer Familie betreut werden, eine Heimstatt zu geben“, wandte sich Oberbürgermeister Wolfgang Dietz an die vielen Gäste. Vom ersten Tag an sei das Heim mit seinen damals 120 Betten voll belegt gewesen, führte er weiter aus. Seither sei erweitert und modernisiert worden. Besonders hob Dietz die Leistung der Heimleitung und des Pflegepersonals hervor. Heimleiter Hans Kaufmann überreichte er zum Dank einen 500-Euro-Gutschein von Weil aktiv.

Auf die Geschichte des Altenheims ging auch Heinz Schleyer ein. Bei 70 Jahren habe das Durchschnittsalter der Bewohner in den Anfangsjahren noch gelegen, erwähnte er. Sein Dank galt aber auch den Kindern und Jugendlichen, die das Haus tagtäglich besuchten sowie den vielen Spendern, die vieles ermöglicht hätten. Heute seien alle drei Heime des Landkreises ein „Vorzeigefall“, befand Schleyer, der dem Heimleiter für die Bewohner ein Buch mit alten Volksliedern übergab.

Der Betriebsleiter des Eigenbetriebs Heime, Reinhard Heichel, lobte die mit Leben erfüllte Cafeteria des Pflegeheims, aber auch die gute Einbettung der Einrichtung in die Stadt Weil am Rhein.

Gastgeber Hans Kaufmann bedankte sich für die „wichtige Wertschätzung“. Als Kernaufgabe des Pflegeheims sah er das Schaffen einer Balance zwischen Individualität und Gemeinschaft für die Bewohner an.

 
 

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