Von Siegfried Feuchter Weil am Rhein. Über 50 Millionen Euro investiert der sich weiter auf Wachstumskurs befindliche Automobilzulieferer Raymond in ein neues Produktionsgebäude. Gestern war im Beisein von Antoine Raymond, CEO der Raymond-Gruppe, Spatenstich auf dem 43 000 Quadratmeter großen Grundstück im Haltinger Beregnungsgebiet. Die gesamte Metallfertigung wird künftig in Weil am Rhein zentralisiert. Ende 2015 sollen 320 Mitarbeiter in das neue Werk umziehen. Dann werden über 1200 Mitarbeiter bei Raymond in Weil am Rhein tätig sein. Weltweit beschäftigt die Raymond-Gruppe 5500 Mitarbeiter. „Von einem ganz besonderen Tag und einem besonderen Spatenstich“ sprach Jürgen Trefzer, Raymond-Geschäftsführer für den Standort Deutschland. Es werde zusammengeführt, was zusammengehört. Denn bislang sei die Metallfertigung auf vier Standorte im Lörracher Stadtgebiet verteilt. Das neue Produktionsgebäude ist laut Trefzer das mit Abstand größte Einzelprojekt in der 150-jährigen Firmengeschichte von ARaymond. „Das ist auch ein Bekenntnis der Familie Raymond zum Standort Weil am Rhein und ein großer Vertrauensbonus an die Mitarbeiter am Standort Weil“, betonte Trefzer. Der Raymond-Geschäftsführer dankte allen Beteiligten, denn das Planungs- und Genehmigungsverfahren im Bergenungsgebiet sei nicht einfach gewesen. Trefzer sprach von „starken Partnern“ und „einer vertrauensvollen Zusammenarbeit“, als er Stadt und den am Neubau beteiligten Planern, dem Projektleiter und dem Projektsteurer dankte. Welch enorme Entwicklung das prosperierende Unternehmen genommen hat, verdeutlichte Antoine Raymond, der den Standort Deutschland (Lörrach, Weil am Rhein, Bremgarten) als sehr wichtig bezeichnete, an ein paar Zahlen. Als Raymond sich 1987 in Weil am Rhein niederließ, gab es am Standort Deutschland 600 Mitarbeiter, heute sind es 1700, wobei die meisten, nämlich 900, in Weil am Rhein tätig sind. Und weltweit war Raymond mit insgesamt 1500 Mitarbeitern in vier Ländern vertreten. Heute beschäftigt die Unternehmensgruppe 5500 Mitarbeiter in 25 Ländern. „Wir sind froh und stolz, dass so viele Kulturen in unserem Unternehmen arbeiten“, betonte der CEO der Firmengruppe. Der Wachstumskurs von Raymond wird auch dadurch deutlich, dass gegenwärtig neue Produktionsstätten oder Erweiterungen bestehender Werke unter anderem in Brasilien, USA, Russland, China, Japan und Indien realisiert werden. „Wir haben neue Großaufträge, aber nicht genügend Platz für Mitarbeiter und Maschinen, deshalb müssen wir überall investieren“, sagte Antoine Raymond und fügte hinzu: „Wir haben gute Chancen, und diese wollen wir nutzen.“ Zugleich lobte er auch die „tollen Mitarbeiter“. 30 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftet die Raymond-Gruppe in Deutschland. Deshalb betonte der CEO auch, welch starke Wurzeln man hier habe. Raymond ist für fast alle großen internationalen Automobilkonzerne tätig. „Wir haben Vertrauen in die Zukunft. Wir sind noch nicht am Ende, dieses nun entstehende neue Werk ist nur eine weitere Etappe, es wird weitere Enwticklungen geben“, betonte Antoine Raymond abschließend. Von einer „wichtigen und zentralen Entscheidung“ sprach Oberbürgermeister Wolfgang Dietz und erinnerte auch mit Blick auf das Beregnungsgebiet an die nicht einfachen Diskussionen und schwierige Eigentumsverhältnisse, „schließlich lassen sich landwirtschaftliche Flächen nicht vermehren“. Das Bekenntnis zum Standort Weil freute den OB. Raymond beweise, dass man mit Kreativität, Innovation und guten Produkten auch in Europa und im Hochlohnland Deutschland investieren könne.

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