Die Stadt lässt nichts unversucht, um auf der politischen Ebene einem Bahndurchstich von Friedlingen bis zum Otterbacher Kreisel doch noch zum Durchbruch zu verhelfen. Denn nur wenn das Weiler Wunschprojekt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird, hat es auch Chancen, in naher Zukunft realisiert zu werden. Von Siegfried Feuchter Weil am Rhein. Noch vor Weihnachten haben sich Oberbürgermeister Wolfgang Dietz und Bürgermeister Christoph Huber auf Initiative des CDU-Bundestagsabgeordneten Armin Schuster mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Norbert Barth­le vom Bundesverkehrsministerium getroffen, um das für die Grenzstadt so eminent wichtige 35-Millionen-Projekt zu diskutieren. Dabei ging es auch um alternative Finanzierungsmöglichkeiten. Denn nur wenn das Weiler Projekt noch im letzten Moment die Hürde in den Bundesverkehrswegeplan überspringt, bestehen mittelfristig Realisierungschancen. Mit einem Durchstich könnte die Nordwestumfahrung mit der Zollfreien Straße verbunden und dadurch die Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Jetzt hat sich Bürgermeister Huber in einem längeren Brief an den grünen Landtagsabgeordneten Josha Frey gewandt. Es ist dies die Reaktion auf dessen Presseerklärung, in der Frey das „ungünstige Kosten-Nutzen-Verhältnis“ des Projekts Durchstich dafür verantwortlich macht, dass es 2013 nicht für die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan angemeldet worden sei. Deswegen habe es das Projekt bereits 2003 nur in den „Weiteren Bedarf“ geschafft. Huber: „Umso bedauerlicher ist es aus meiner Sicht, dass offensichtlich bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt auf der Ebene des Landes zusammen mit dem Regierungspräsidium dieses Projekt verworfen wurde, ohne dass hierzu die Stadt Weil am Rhein überhaupt nur die Gelegenheit hatte, sich einzubringen. Noch während der laufenden Frist, die mit Ablauf des 15. Mai 2013 endete, fand sich der Durchstich Friedlingen in der Entwurfsliste des Landes für die zu meldenden Maßnahmen nicht mehr.“ Auch sei der fristgerecht gestellte Antrag beim Regierungspräsidium Freiburg „leider aus dem Blickfeld geraten“. Für den Weiler Bürgermeister ist das von Frey angeführte „ungünstige Kosten-Nutzen-Verhältnis“ ein vollkommen neues Argument. Huber weist in dem Zusammenhang auf die neue Kostenschätzung hin, wonach der Friedlinger Durchstich, wie schon berichtet, um 15 Millionen Euro günstiger käme als eine Kostenschätzung von 2013, die die Bausumme mit 50 Millionen Euro beziffert hatte. Das mit der neuen Kostenschätzung beauftragte Ingenieurbüro taxiert die Baukosten für den Bahndurchstich auf 27,5 Millionen Euro. Dazu kommen noch Bahnnebenkosten. In den Gesamtkosten von 35 Millionen Euro ist laut Regierungspräsidium noch ein Finanzpuffer von 30 Prozent eingebaut. In dem Brief bittet der Bürgermeister den Abgeordneten, sich weiter in der Sache einzubringen, für Klarheit zu sorgen und das Weiler Projekt Bahndurchstich zu unterstützen.

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