Von Daniela Buch

Weil am Rhein. Vor vollbesetzten Reihen präsentierte der Rockchor Ötlingen am Samstagabend ein temporeiches, akustisches Konzert in der Altweiler Kirche. Dirigent Johannes Henning führte seine rund 40 Sängerinnen und Sänger mit viel Schwung zu höchsten Leistungen, was vom Publikum am Schluss mit stehenden Ovationen belohnt wurde.

„Rockchor unplugged“ war das Motto des Konzertabends. Gänzlich ohne technische Hilfsmittel, ohne Mikrofone und Verstärker, wurde das Programm gestaltet, das neben beliebten Titeln, die zum festen Repertoire des Chors gehören, wiederum auch neu einstudierte Stücke umfasste. Nach der erfolgreichen Premiere des Kirchenkonzerts Mitte Oktober in Maulburg, dem Heimatort des Dirigenten, folgte nun der nicht minder begeisternde Auftritt in Weil am Rhein. Der Zuspruch war riesig.

„Für uns ist das ein unheimliches Kompliment”, freute sich Ute Korom, die Vorsitzende des Rockchors, angesichts der großen Besucherschar. „Singen macht Freude. Wir hoffen, wir können ihnen das vermitteln”, hatte sie bei der Begrüßung gesagt. Hör- und sichtbare Sangesfreude zog sich denn auch als Leitmotiv durch die beiden Programmteile, die von Beate Schiller mit Humor und Sachkenntnis moderiert wurden. Songs, die in der Geschichte der Rock- und Popmusik als Meilensteine gelten, die besonders nachhaltig wirkten oder schlicht unvergesslich sind wie „Africa“ von Toto oder „Every Breath You Take“ von The Police kamen ebenso zu Gehör wie Kompositionen aktueller Berühmtheiten wie Lady Gagas „The Edge of Glory“.

Präzise Einsätze und nuancenreiche Ausgestaltung

Ein Großteil der Lieder war von Chormitglied Helmut Ritter eigens arrangiert worden. Die musikalische Begleitung oblag Gergana Schneider am Klavier, Frank Hofmaier an der Gitarre, Boris Kossek am Bass und Nicklas Gümmer am Cajon.

Die schöne Akustik der Kirche voll zu entfachen gelang dem Chor auf bestrickende Weise mit durchweg präzisen Einsätzen und nuancenreicher Ausgestaltung. Die kräftigen Stimmen, die Sänger in der Mitte, links und rechts umflirtet von den Sängerinnen, kamen ohne Verstärker wunderbar zur Geltung. In der ersten Hälfte des Programms drehten sich die Lieder um die Kraft der zuweilen unerfüllten Liebe, um Hoffnungen und Träumereien.

Nach der Pause wurde es nach der sanften Einstimmung mit „Under the Boardwalk” nochmals ein gutes Stück irdischer und rockiger mit „Aquarius” und „Let the Sunshine” aus dem Musical „Hair”, Hits von Bon Jovi und Kelly Clarkson. Als Höhepunkt des Konzerts entpuppte sich neben dem Gospelklassiker „O Happy Day” bezeichnenderweise ein Abstecher zu den Ursprüngen des Rock’ n Roll: zum Medley aus „The Hop” von Danny and the Juniors und Bill Haleys „Rock around the clock” wartete selbst das Publikum nicht mehr auf die Aufforderung des Dirigenten, sondern stimmte von sich aus gleich nach den ersten Takten klatschend in den Rhythmus mit ein. Auch der Chor strahlte dabei eine unbeschwerte, echte Begeisterung aus.

Unter den Zugaben durfte die „Bohemian Rhapsody”, fast schon ein Markenzeichen des Rockchors, nicht fehlen. Nach und nach erhoben sich die Zuschauer von ihren Plätzen und bedankten sich beim Chor mit frenetischem Applaus.

Der Wunsch nach einem „zauberhaften Publikum”, den die Moderatorin Beate Schiller noch zu Beginn geäußert hatte, sollte damit in Erfüllung gehen.