Weil am Rhein Wenn der Hahn zu laut kräht

Weiler Zeitung, 11.08.2017 20:50 Uhr

Ärger wegen eines krähenden Hahns hat es in Alt-Weil gegeben. Die kräftige Stimme des Tiers, die in den frühen Morgenstunden zu hören und von beachtlicher Ausdauer sein soll, ist Nachbarn mächtig auf die Nerven gegangen. Sie fühlten sich in ihrer Ruhe gestört.

Weil am Rhein. Ein frühmorgendliches „Kikeriki“ gilt allgemein als Zeichen dafür, dass bald der Tag beginnt. Denn meist vor oder mit Sonnenaufgang setzen Hähne ihre Schreie ab. Was für Frühaufsteher deshalb als willkommenes Weckzeichen gilt, ist für andere, die noch schlafen wollen, schlicht eine Ruhestörung. Der Morgengruß wird als Lärmbelästigung empfunden.

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Besitzer muss für schallisolierten Stall sorgen

Landauf, landab hat sich schon oft ein Nachbarschaftsstreit über einen krähenden Hahn entzündet – jetzt auch in Weil am Rhein. Nach Beschwerden ist nun das städtische Ordnungsamt eingeschritten und hat das Haushuhn respektive dessen Besitzer zur Ordnung gerufen. Doch damit nicht genug. Weil sich das Tier durch den Ordnungsruf nicht beindrucken ließ, erließ das städtische Amt eine Anordnung. Der Besitzer des Hahns wurde nämlich dazu verdonnert, das Tier nicht vor 8 Uhr aus dem Stall zu lassen. Des Weiteren muss er dafür sorgen, dass der Stall schallisoliert wird, damit keine Hahnenschreie mehr nach außen dringen und die Nachbarn verärgern können.

Annette Huber, Weiler Hauptamtleiterin, verweist auf Nachfrage auf die Polizeiverordnung. In der ist unter anderem geregelt, wie ein Tier zu halten ist, damit es andere Menschen nicht belästigt und stört. Kurzum: Wann ein Hahn schreien darf und wann nicht, lässt sich aus dem Regelwerk herauslesen. „Wir haben uns bei unserer Anordnung auf die Rechtsprechung in ähnlich gelagerten Fällen berufen“, verdeutlicht Annette Huber und fügt hinzu: „Die Maßnahmen müssen für den Tierhalter angemessen und zumutbar sein.“ Schließlich solle das nachbarschaftliche Miteinander auch künftig gewährleistet sein.

Also: Der Altweiler Hahn darf jetzt erst ab 8 Uhr ans Tageslicht, zudem muss der Stall schallisoliert werden. Übrigens: Der Altweiler Hahn ist noch eines der wenigen Tiere, die an den einst von der Landwirtschaft geprägten Stadtteil erinnern.

 
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