Von Heiner Fabry

Am vergangenen Donnerstag gegen Abend trafen 33 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak in der St. Bernhardshütte in Zell-Blauen ein. Am Samstag besuchte Justizminister Rainer Stickelberger mit einer Delegation des SPD-Ortsvereins Zell die Flüchtlinge.

Zell. Stickelberger erkundigte sich über die Situation der Gäste in Zell. Der Delegation hatten sich auch Pfarrer Frank Malzacher, Vertreter der Pfarrgemeinde Zell und Vertreter der Freien Wähler angeschlossen. Die Besuchergruppe wurde von den Flüchtlingen herzlich willkommen geheißen.

In der St. Bernhardshütte sind sieben Familien untergebracht, insgesamt 33 Personen, davon 20 Kinder. Rainer Stickelberger ließ sich von der Sozialbetreuerin und dem Hüttenwart über die Wohn- und Lebenssituation der Menschen in der Hütte unterrichten. Die Wohnsituation wurde als gut beschrieben. Neben Zimmern für die Familien stehen Waschgelegenheiten, eine Gemeinschaftsküche sowie ein großer Gemeinschaftsraum zur Verfügung.

Die Flüchtlinge, die ein Taschengeld erhalten, können sich selbst versorgen. Hier zeigte sich ein Schwachpunkt. Vorgesehen ist, dass die Menschen zweimal in der Woche zum Einkaufen nach Zell gebracht werden. Dabei kann jeweils nur ein Familienmitglied mit zum Einkaufen gehen. Sowohl die Häufigkeit dieser Einkaufsfahrten wie die Zahl der Menschen, die mitgenommen werden können, werden von den Flüchtlingen als nicht optimal erlebt. Es wird gewünscht, häufiger in die Stadt zu kommen, zumal die Bernhardshütte äußerst abgelegen ist.

Zu dem Besuch hatten die Mitglieder des Ortsvereins Süßigkeiten, Obst und warme Kleidung mitgebracht, die besonders von den Kindern mit großer Freude entgegengenommen wurden. Die Kinder scheinen sich in dem naturnahen Umfeld äußerst wohl zu fühlen. Bei den Erwachsenen schien es so, dass sie sich eine größere Nähe zur Stadt gewünscht hätten.

Nach verschiedenen Gesprächen, besonders auch mit Hüttenwart Klaus Strittmatter, der eine spontane Führung durch die Hütte organisierte, hatte Rainer Stickelberger einen positiven Eindruck. „Die Wohnsituation mit der kompletten Infrastruktur ist vertretbar. Die Flüchtlinge fühlen sich in der Hütte wohl und sind besonders von dem wirklich herzlichen Empfang überrascht“, hielt er zum Abschluss des Besuchs fest.

Dass die Hütte recht abgelegen ist, sei schon ein Nachteil. Da die Menschen aber nur vorübergehend in Blauen untergebracht sind, sei das akzeptabel. Lobende Worte fand der Abgeordnete für die große spontane Hilfsbereitschaft der Zeller Bürger, der Mitglieder der Pfarrgemeinde sowie des Ortsvereins.

Für die Unterstützung der Flüchtlinge vor Ort steht zum einen eine Sozialbetreuerin zur Verfügung, der Hüttenwart kümmert sich um die praktischen Dinge, und ein Sicherheitsdienst ist rund um die Uhr im Einsatz.