Zell im Wiesental Reise in eine längst vergangene Zeit

Markgräfler Tagblatt, 16.09.2015 23:02 Uhr

Zell-Mambach (ue). Mit einem solchen Besucherandrang am „Tag des offenen Denkmals“ in der alten Mambacher Schmiede hatte am Sonntag kaum jemand gerechnet. Und auch der Inhaber des kleinen Museums in der Dorfmitte, Georg Staudenmayer, war von der Resonanz und dem gezeigten Interesse der Besucher überrascht.

„Genau gezählt haben wir die Personen nicht, aber an die Tausend dürften es gewesen sein“, so seine Schätzung am späten Nachmittag. Den ganzen Tag über kamen die Besucher in Scharen, um die mittlerweile restaurierte Schmiede und die vorhandenen Einrichtungen zu bestaunen.

Die ehemalige Schmiede von Siegfried Gersbacher ist nicht nur wegen ihrer alten Werkzeuge eine einmalige Fundgrube. Sie gibt auch viele interessante Einblicke in die Geschichte des Dorfes am Angenbach preis. In Gruppen wurden die Besucher von sachkundigen Personen durch die Schmiede- und die angrenzenden Wohnhausräume geführt. Manchem von ihnen mag dies wie eine Reise in eine längst vergangene Zeit vorgekommen sein. Denn neben den alten Werkzeugen und Maschinen durfte man auch erfahren, wie einfach und spartanisch die Menschen früher lebten.

In einer Welt voller Hightech und Elektronik ist der Einsatz von alten Geräten und Maschinen, wie dem Federfallhammer, der vor über hundert Jahren als eine große technische Errungenschaft galt, kaum noch vorstellbar. In vielen Schmieden wurde der robuste Hammer vor allem zum Umformen verwendet.

Ebenfalls eine Rarität in der Mambacher Schmiede ist der im Jahr 1880 in einem Zeller Werk gefertigte und heute noch funktionsfähige Verdichter. Die meisten der vorhandenen Geräte wurden von den Freunden des Schmiede-Museums in unzähligen Arbeitsstunden restauriert und wieder instandgesetzt.

Beim Schmiedefeuer auf dem Platz vor dem Gebäude konnten sich die Besucher unter fachkundiger Anleitung selbst als „Kunstschmiede“ versuchen.

Auch für das leibliche Wohl der zahlreichen Besucher war am Sonntag in Mambach bestens gesorgt. Die Bewirtung in und vor dem Bürgerhaus hatten die Helfer der Germanen übernommen, während der musikalische Part bei der Feuerwehrmusik lag. „Ohne die Mithilfe der Vereine hätten wir das Ganze niemals stemmen können“, versicherte Georg Staudenmayer.