Zell im Wiesental Zeller Fasnacht hat Strahlkraft

Markgräfler Tagblatt, 27.10.2014 23:01 Uhr

Zell (luk). In der bald 400-jährigen Zeller Fasnachtsgeschichte dürfte selten soviel Einstimmigkeit geherrscht haben, wie am Sonntag im „Löwen“, wo die Fastnachtsgesellschaft Zell (FGZ) ihre Hauptversammlung abgehalten hatte. Präsidium und Zunfträte wurden einstimmig gewählt. Wichtiges Thema war die Wahrnehmung der Fasnacht in der Öffentlichkeit.

Präsident Peter Mauthe begrüßte die 38 anwesenden Mitglieder und blickte zufrieden auf die letzte Fastnachtssaison zurück. Neben der teils sensationellen Wagenbauten und prächtigen Kostümen, schlich sich auch eine Prise Wehmut ein, da es der vorläufig vorletzte Auftakt mit dem „Ölfde Ölfde“ in der alten Zeller Stadthalle war. Zum letzten „Ölfde Ölfde“, der am 8. November - bevor die Bauarbeiten beginnen - in der Stadthalle stattfinden wird, haben sich sowohl die Landrätin Marion Dammann als auch der Bundestagsabgeordnente Armin Schuster angekündigt - ein Beleg für die Strahlkraft der Zeller Fasnacht.

Hinsichtlich einer alternativen Stätte für einen würdigen „Ölfde Ölfde“ sei die FGZ am Ball, um die gewohnt tolle Atmosphäre mit dem gleichen Komfort gewährleisten zu können. Als insgesamt gelungen wertete Präsident Mauthe die Kappenabende, auch weil sich die Vogteien gegenseitig dazu besuchten. Der Preismaskenball sei umso wichtiger, seit die Hürus- und Vogteienbälle mangels Masken nicht mehr als Maskenbälle geführt werden können.

Ausdrücklich lobend hervorgehoben wurde die Initiative des Fördervereins Fasnacht­huus um den Altpräsidenten Helmut Mond, die unter anderem auch die Tradition der Maskenfertigung von den „Alten an die Jungen“ weitergeben möchte. Ein gemeinsames, wichtiges Anliegen für den ganzen Vorstand der FGZ sei die Wahrnehmung der Fasnacht in der Öffentlichkeit. So wurde die Entscheidung, das Podium für den Hürus und das Präsidium am Latschi aufzustellen, sehr positiv bewertet. Dort würden sich mehr Menschen aufhalten, als am Ende des Umzuges in der Wiesenstraße.

Das dramatische Unglück beim Schiibefüür in Gresgen im März diesen Jahres (wir berichteten) löste große Betroffenheit in der FGZ aus. Brutal sei den Vereinsvorständen vor Augen geführt worden, wie schnell sie sich strafrechtlichen Ermittlungen gegenüber sehen können. Die FGZ zieht daraus die Konsequenz, sämtliche Traditions- und Brauchtumsveranstaltungen neu zu überdenken und neu entwickelte Sicherheitskonzepte umzusetzen.

Peter Mauthe rechnet in Zukunft auch mit erhöhten behördlichen Auflagen, denen natürlich Rechnung getragen werden müsse. Er drückte seine Hoffnung aus, dass diese Auflagen nicht „ausufern“, damit die unterschiedlichsten Veranstaltungen auch weiterhin organisiert werden können. Die Fastnachtsgesellschaft befindet sich diesbezüglich in Gesprächen mit der Stadt Zell. Zu dem Thema fand auch ein Abend zu speziellen Versicherungsfragen für Vereine statt.

Kassierer Thomas Mond berichtete von Licht und Schatten in der Vereinskasse. Zwar sei im wirtschaftlichen Bereich ein Gewinn zu verbuchen gewesen, dieser sei jedoch durch die Verluste im ideellen Bereich mehr als aufgebraucht worden. Dies sei jedoch „nachvollziehbar und normal“, da die FGZ 2014 erheblich in neue Kostüme investiert hatte. Die Kassenprüfer Carmen Döbele und Andreas Müller attestierten durchweg sauber geführte Bücher. Der gesamte Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Bei den Wahlen wurde Peter Mauthe, bereits seit sechs Jahren Präsident der FGZ, einstimmig in seinem Amt bestätigt. Neu im Vorstand ist die Schriftführerin Andrea Kiefer (bisher Zunfträtin) sowie die Zunfträte (Bar und Wirtschaft) Ralf Wagner und Andreas Kiefer.