Zell-Mambach (sc). Noch ein paar Arbeiten sind in der alten Schmiede in Mambach zu erledigen, dann kann der „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 13. September, kommen. Besitzer Georg Staudenmayer, Bauleiter Rainer Sobiera und Ortsvorsteher Klaus Wetzel fiebern der Veranstaltung schon entgegen.

„Wir trauen uns, obwohl wir noch nicht ganz fertig sind“, so Staudenmayer bei einem Pressegespräch. Man wolle den Besuchern auch zeigen, welche Schwierigkeiten es mit sich bringe, ein denkmalgeschütztes Haus „in einen Zustand zu bringen, der dem Denkmalschutz gerecht wird“. Ansonsten möchten sie über die Restaurierungsmaßnahmen informieren und einen „einmaligen Einblick“ ins Wohnhaus geben. Ein Zimmer wurde dafür von Georg Staudenmayers Ehefrau „extra alt“ eingerichtet. In der Schmiede kann man Amboss, Esse, Kompressor und vieles mehr (natürlich im Originalzustand) bewundern.

2500 bis 3000 Arbeitsstunden habe der Verein investiert. Der Hauptteil der Arbeit sei von Leuten aus dem Ort gestemmt worden. „Wir haben unserem Ruf als Handwerkerdorf wirklich alle Ehre gemacht“, freut sich Staudenmayer. Außerdem bringen die Leute öfter alte Geräte vorbei und stellen sie der Schmiede zur Verfügung.

„Die Schmiede war in einem sehr schlechten Zustand“, erinnert sich Bautechniker Rainer Sobiera. Der Dachstuhl und die Zwischendecke seien absolut morsch gewesen. „Wir haben alles abgetragen und Eisenträger eingesetzt“, erzählt er weiter. Auf den neuen Dachstuhl kamen allerdings die alten Ziegel wieder drauf - da habe sich der Dachdecker gewundert. Außerdem wurde neu aufgemauert – mit original Bruchsteinen wurde die Mauer neu zusammen gesetzt. „So sieht man auch den ursprünglichen Zustand, denn vieles wurde zurückversetzt“, erklärt Staudenmayer. In den Anbau, das ehemalige Eisenlager, das von außen zugänglich ist, kommen ein barrierefreies WC und eine kleine Küche.

2009 wurde der Wunsch in der Bevölkerung laut, die Schmiede zu erhalten, zugänglich zu machen und als Museum herzurichten, erinnert sich Ortsvorsteher Klaus Wetzel. „Es war ein Segen, dass Georg Staudenmayer bei der Versteigerung 2010 zugeschlagen hat“, findet er. Der Denkmalschutz besteht seit 2013. „Wir können also nicht bauen, wie wir wollen, da gibt es Auflagen“, so Staudenmayer. 1870 war das Gebäude abgebrannt. Es wurde 1871 wieder aufgebaut und sei das einzige Gebäude in Mambach, das noch in seinem ursprünglichen Zustand ist, so Staudenmayer.

Am 13. September sorgen die Mambacher Vereine für Unterstützung, die Bewirtung übernehmen beispielsweise die Germanen. Die Feuerwehr regelt den Verkehr in der Ortsstraße, die an diesem Tag zur 30er-Zone erklärt wird. Neben den Führungen gibt es zwei Computer, auf denen sich die Besucher Bilder vom Urzustand über den Baufortschritt bis hin zur Fertigstellung anschauen können.