Aitern Die Harmonie im Dorf fördern

Manfred Knobel will Bürgermeister in Aitern werden. Foto: Peter Schwendele

Aitern - Im Gemeindeverwaltungsverband Schönau steht am kommenden Sonntag, 12. Juli, bereits die nächste Bürgermeisterwahl an. Anders als in Schönau vor einer Woche ist in Aitern allerdings sicher, dass es einen neuen Rathauschef geben wird. Einziger offizieller Bewerber für das Bürgermeisteramt ist Manfred Knobel – und der hat im Vorfeld bereits viel Zuspruch für seine Kandidatur erfahren.

Der 43-Jährige wurde von Einheimischen schon vor Monaten, als feststand, dass Amtsinhaberin Sigrid Böhler nicht mehr weitermachen wird, darauf angesprochen, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könne. Knobel merkte schnell, dass ihn diese Aussicht durchaus reizte. Denn politisch interessiert und aktiv war der Aiterner, der als Hausmeister bei den Elektrizitätswerken Schönau arbeitet und gleichzeitig einer von rund 20 Nebenerwerbslandwirten im Dorf ist, schon seit vielen Jahren. Bereits von 2008 bis 2012 war Manfred Knobel Mitglied des Gemeinderats und in dieser Phase auch zeitweise stellvertretender Bürgermeister. Seit 2019 ist er wieder im Gemeindeparlament tätig.

Politisches Engagement zeigt Knobel, der 2007 den elterlichen Bauernhof in Aitern übernommen hat, auch im Bereich Landwirtschaft, wo er immer wieder in Zusammenarbeit mit politischen Vertretern in Stuttgart oder Berlin versucht, Lösungen für die nicht einfache Situation von Bauern in der heutigen Zeit, insbesondere vor dem Hintergrund der schwierig zu bewirtschaftenden Lagen im oberen Wiesental, zu finden.

Nicht jammern, sondern Lösungen suchen

Dabei ist sein Credo: „Viele Dinge sind nicht okay, aber nur zu jammern bringt nichts, wir müssen gemeinsam mit der Politik nach Lösungen suchen.“

Knobels Haltung im Hinblick auf diese Thematik deckt sich mit seiner allgemeinen Lebenseinstellung: Positiv denken, Verantwortung übernehmen. Daraus speist sich auch sein Engagement für sein Heimatdorf, das er nun als Bürgermeister fortzusetzen gedenkt. „Mein Ziel ist es, Aitern nach vorne zu bringen“, sagt der 43-Jährige.

Obschon klar sei, dass die finanziellen Mittel, die dem Bergdorf zur Verfügung stehen, eher bescheiden sind, glaubt Knobel, dass man auch ohne viel Geld einiges erreichen kann. Denn Aitern habe engagierte Bürger und tolle Vereine. Ein wichtiges Anliegen für Knobel, der nur zu gut weiß, dass es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu Konflikten unter den Einwohnern kam, ist es, die Menschen im Bergdorf wieder enger zusammenzubringen. „Wir müssen wieder mehr miteinander reden statt übereinander“, sagt der Bürgermeisterkandidat.

Knobel will die Vorfälle in der Vergangenheit, die teilweise auch im zwischenmenschlichen Bereich lagen, einerseits nicht zu hoch hängen, andererseits aber auch nicht komplett negieren. Vielmehr hält er es für wichtig, „dass sich alle einen Schritt entgegenkommen, die Dinge aus der Welt schaffen und dann gemeinsam nach vorne schauen“. Oberste Priorität müsse die Einigkeit der Bevölkerung haben, er wolle die Harmonie untereinander fördern, so Manfred Knobel.

Gas geben in Sachen Feuerwehrgarage

Bei den Sachthemen ganz oben steht die Realisierung der seit langem erhofften Feuerwehrgarage. Diesbezüglich will Manfred Knobel im Fall seiner Wahl Gas geben. Nicht ausschließen will er auch eine Lösung im Zusammenhang mit dem in der Dorfmitte liegenden ehemaligen Gasthaus „Rössle“. Wenn man hierfür Fördermittel locker machen könnte, wäre eine interessante Projektentwicklung denkbar, meint Knobel: „Das wäre ein Traum.“

Wichtig für Aitern sei es auch, junge Familien zu fördern und für deren Verbleib im Dorf Baulücken zu schließen. Als Grundvoraussetzung habe man das Bildungshaus geschaffen, „das toll dasteht und dass wir auf jeden Fall erhalten müssen“. Weiterhin steht für den Kandidaten im Vordergrund, angesichts der zunehmenden Trockenheit die Wasserversorgung für die Allmendflächen sicherzustellen. Die Belchenhalle, „unseren Stolz“, zu hegen und zu pflegen, müsse selbstverständlich sein.

Die Grundvoraussetzungen, um in Aitern als Bürgermeister erfolgreich wirken zu können, sieht Manfred Knobel jedenfalls gegeben. Seiner Ansicht nach ist in den vergangenen Jahren ordentlich gewirtschaftet worden, das Gesamtgefüge des Dorfs sei stabil. Insofern ist der Kandidat zuversichtlich, dass die Selbstständigkeit auch in Zukunft erhalten werden kann.

Gleichzeitig müsse aber auch der Gemeindeverwaltungsverband Schönau (GVV), hinter dem er „hundertprozentig“ stehe, gestärkt werden. „Wir brauchen einen starken GVV, wenn wir selbstständig bleiben wollen“, ist Manfred Knobel überzeugt.

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