Aitern Douglasie und Weißtanne im Kommen

Um den Wald klimastabil zu machen, muss er im Hinblick auf die Baumarten verändert werden – auch in Aitern. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Aitern. In der jüngsten Gemeinderatssitzung waren Christian Suchomel und Förster Markus Trefzer von der Forstverwaltung zu Gast. Suchomel gab zunächst einen Rückblick auf die Jahre 2018 und 2019 im Aiterner Wald, die beide wegen der vorherrschenden Hitze große Probleme mit sich brachten. So konnte wegen des enorm hohen Anfalles von Sturm- und Käferholz fast kein planmäßiger Einschlag vorgenommen werden.

Zum Ergebnis des Jahres 2019 konnten noch keine abschließenden Angaben gemacht werden. Allerdings sei absehbar, dass die Einnahmen wegen der niedrigen Holzpreise deutlich gesunken sind, so Christian Suchomel. Deshalb wurde auch auf den beabsichtigten Wegebau verzichtet, der verschoben wird, bis die Holzpreise wieder steigen.

Gemeinderat Roland Pfefferle wollte wissen, warum das Käferholz in Aitern so spät aufgearbeitet worden sei. Dies wurde von den Forstvertretern mit Ressourcenproblemen begründet. Es gebe zu wenig Personal und zu wenig Rückeunternehmen, um dem großen Anfall von Käferholz im ganzen Land Herr zu werden.

Gemeinderat Ulrich Kiefer wies auf die Notwendigkeit hin, schnell zu reagieren und plädierte dafür, auf kurzem Weg Selbstwerber und örtliche Unternehmen direkt einzubeziehen.

Förster Markus Trefzer zeigte die Konsequenzen für die weitere Bewirtschaftung auf. Wichtig sei künftig die Erreichung eines klimastabilen Waldes mit einer vielfältigen Baumzusammensetzung. Fichte und Buche seien für die zu erwartenden klimatischen Verhältnisse ungeeignet und würden hauptsächlich nur noch in Mischungen vorkommen. Douglasie und Weißtanne sowie auf geeigneten Flächen auch die Lärche würden in Zukunft das Landschaftsbild prägen. Seitens des Gemeinderates wurde angeregt, partiell Probepflanzungen seltener, ganz neuer Baumarten durchzuführen. Dies will man künftig forcieren, sieht aber Probleme hinsichtlich der Beschaffung von geeignetem Saatgut und des Zeitaufwandes neben der Käferbekämpfung. Außerdem seien die Schäden durch Wildverbiss in solchen Pflanzungen immer sehr hoch. Überhaupt sei, so Trefzer, neben der Auswahl geeigneter Baumarten und Pflegemaßnahmen in den jungen Beständen, der Schutz vor Wildverbiss die wichtigste Maßnahme in der Zukunft – wobei letztere eine große Herausforderung für die Jäger darstelle.

Die Forstvertreter skizzierten die zu erwartende Entwicklung für das Jahr 2020 sowie die konkret geplanten Maßnahmen. Es sei zu erwarten, dass der hohe Anfall von Käfer- und Sturmholz auch in den kommenden zwei bis drei Jahren das Handeln diktiere. Dieses Holz aus dem Wald zu schaffen, werde auch in den nächsten Jahren höchste Priorität haben.

Der vorgelegte Bewirtschaftungsplan für das Jahr 2020 wurde einstimmig beschlossen.

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