Aitern Gipfelsturm und Ötzi-Mord

Gudrun Gehr

Der Jahreswechsel ist vorbei. Gibt es für die erfolgreiche Trachtenkapelle Aitern in den schmucken Uniformen einen besseren Grund, das neue Jahr für Freunde und Unterstützer mit einem beeindruckenden Jahreskonzert zu begrüßen?

Von Gudrun Gehr

Aitern. Die Fans der Trachtenkapelle mussten – aus bekannten Gründen – ohnehin zwei Jahre auf ein neues glanzvolles Jahreskonzert warten und füllten nun die Belchenhalle nahezu bis auf den letzten Platz.

Auch die rund 40 Aktiven des Orchesters mussten aus Platzgründen auf der Bühne ordentlich zusammenrücken. Bis ins kleinste Detail hatte sich das Orchester unter Leitung des neuen Dirigenten Noah Ruoff auf den ersten offiziellen Anlass nach der langen Zeit vorbereitet. Auch ein Wochenende mit intensiven Proben in Todtmoos wurde absolviert. Noah Ruoff hatte ein Musikprogramm unter dem Motto „Bergwelten“ zusammengestellt, das viele Geschmacksrichtungen begeistern konnte. Einfallsreichtum und viel Mühe verwendeten die Aktiven auf die liebevoll hergerichtete winterliche Dekoration der Halle.

Taktstockübergabe bei der Abenteuerreise

Das Vorstandsduo Manuela Schulz und Christian Kiefer wünschte den Gästen zum Jahreswechsel eine abenteuerliche und schöne musikalische Reise durch die Bergwelten von Deutschland, der Schweiz, von Österreich bis nach Lanzarote. Vorab erfolgte noch ein Dank an den scheidenden Dirigenten Reinhard Schelshorn, der seit 2011 für zehn Jahre das Orchester leitete. Bereits seit September 2021 konnte als Nachfolger der 22-jährige Musikstudent Noah Ruoff aus Freiburg gewonnen werden. Allerdings fehlte es bislang an einer geeigneten Gelegenheit zur Übergabe des Taktstocks.

„Noah hört sogar eine Maus in der Ecke falsch pfeifen“

Manuela Schulz dankte Reinhard Schelshorn, der bereits von 1992 bis 2011 als Vize-Dirigent tätig war, mit einem Präsent. Schelshorn bewunderte das musikalische Gehör seines jungen Nachfolgers und schmunzelte: „Noah hört sogar eine Maus in der Ecke falsch pfeifen.“ Er beglückwünschte Ruoff für die gute Auswahl des Programms und meinte: „Nicht nur der Taktstock wird übergeben, sondern auch Verantwortung.“

Ein letztes Mal dirigierte Schelshorn das Orchester mit der Polka „In alter Frische“. Er wird dem Orchester weiterhin am Bariton zur Verfügung stehen. Langer Beifall belohnte Schelshorn.

Zum Auftakt des Konzerts präsentierten die sechs Zöglinge ihr Können, das sie nur innerhalb eines Jahres erlernt hatten. Darunter befand sich das italienische Volkslied „Mein Hut, der hat drei Ecken“.

Die Jugendlichen trugen hierzu selbstgebastelte Papierhütchen. Das Publikum freute sich und verlangte nach einer Zugabe, die gerne gewährt wurde.

Kurzweilig und informativ moderierten Kurt Mayer und Günter Böhler durchs Programm des Gesamtorchesters.

Wie es sich gehörte, wurde mit einem zünftigen Marsch begonnen. „Crans Montana“ von Dany Bonvin begeisterte die Gäste. Nachdem das Publikum in Schwung gebracht worden war, präsentierte das Orchester einen der Höhepunkte des Abends mit dem Werk „Man in the Ice“ von Otto Schwarz.

Das anspruchsvolle, dramatische Werk beschreibt musikalisch den Spannungsbogen des Fundes der Gletschermumie „Ötzi“ und ließ dessen Zeit wiederauferstehen. Das Stück vertont das friedliche Leben in einem Dorf der Jungsteinzeit, während der Gletscher rieselt und tröpfelt. Als Showdown wird die Verfolgung und die Ermordung von Ötzi mit einem Sturz auf einen Felsen dargestellt.

Truppenmarsch und Feuerberge

Weiter ging es im ersten Teil des Programms mit dem ungewöhnlichen und beeindruckenden Stück „Begegnung“ von Kurt Gäble mit einem Solo für drei Alphörner und Blasorchester. Die Solisten Martin Faller, Robert Faller und Hubert Behringer brillierten auf den 3,60 Meter langen Alphörnern, das Trio ist auch als „Alphornfreunde Belchenland“ bekannt. Bravo-Rufe und langer Beifall war die Belohnung der Gäste.

Im zweiten Teil begeisterte die Trachtenkapelle mit dem mitreißenden Truppenmarsch „Gipfelsturm“ von Christian Berchtaler. Ein Ausflug in die spanische Welt nach Lanzarote erfolgte mit dem Stück „Montanas del Fuego“ des Schopfheimer Komponisten Markus Götz. Mit langen Beifallsstürmen bedankte sich das Publikum für ein spannungsreiches, furioses Medley, „Andreas Gabalier in Concert“.

Das offizielle Programm endete mit einem Medley der Gruppe „Fäaschtis“, die aus dem Schweizer Rhonetal stammen. Die Besucher bedankten sich mit starkem Applaus und Bravo-Rufen. Natürlich mussten mehrere Zugaben geleistet werden, darunter der bekannte österreichische „Fliegermarsch“, bevor das Orchester „entlassen“ wurde.

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