Anzeige 100 Jahre Baugenossenschaft Zell

Zell (os). Im Zuge der Gründung von Genossenschaften als Zusammenschluss von Bürgern mit dem Ziel, durch Bündelung von wirtschaftlichen Kräften etwas zu bewegen, entstand in Zell im Wiesental vor 100 Jahren die „Gemeinnützige Baugenossenschaft mbH Zell im Wiesental“. Gründungstermin war der 6. April 1919 im Bürgersaal des Rathauses in Zell. Die seit 1990 als Baugenossenschaft Zell im Wiesental eG“ firmierende Institution feiert nun am Freitag, 11. Oktober, mit geladenen Gästen in der Stadthalle ihren 100. Geburtstag.

Geschäftsführer Peter Wassmer hat in der Chronik recherchiert und Interessantes zusammengetragen. Die Genossenschaft zählte bei der Gründung 40 Mitglieder. Anlass der Gründung war die starke Wohnungsnachfrage auch in Zell. Denn während des Ersten Weltkriegs war der Wohnungsbau zum Erliegen gekommen und ein erheblicher Wohnungsmangel unmittelbar nach dem Krieg war die Folge. So entstand die Baugenossenschaft Zell als Träger des sozialen Wohnungsbaues in der Schwanenstadt. Die Stadt Zell überließ ihr in der Liebeck Grundstücke zum Wohnungsbau. Dort begann man 1920 mit dem Bau von zwei Häusern , den heutigen Häusern im Grendelblick 1/3 und im Grendelblick 9 bis 15.

In den Jahren 1920 bis 1925 wurden mehrere Reihenhäuser erstellt. Nach einer Unterbrechung von vier Jahren, bedingt durch die Inflation und große Schwierigkeiten in der Materialbeschaffung, wurden dann 1928/29 auf Drängen der Stadt Zell zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 19 Wohnungen errichtet, das jetzige Sonnenland 1 bis 3. Eine dieser Wohnungen wurde Verkaufsstelle für Lebensmittel.

Die politischen Verhältnisse ab 1933 und die nationalsozialistische Gleichschaltung brachten personelle Veränderungen in Geschäftsführung, Vorstand und Aufsichtsrat. Die neu formierte Baugenossenschaft realisierte in der Schwanenstadt nach NS-Vorgaben den sogenannten „Siedlungsbau“. Dabei erstellte die Genossenschaft Siedlungshäuser, die dann ins Eigentum ihrer Bewohner übergingen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und wieder in Zeiten von großer Wohnungsnot legte die Baugenossenschaft den Fokus auf die Liebeck. Ab 1949 entstanden 92 Mietwohnungen. Außerdem realisierte man im Grönland sechs Doppelhäuser. 1963 errichtete die Baugenossenschaft auf dem letzten eigenen Grundstück am ehemaligen Tennisplatz ein Zehn-Familienwohnhaus im Sonnenland 5 und 7. Ein weiteres Zwölf-Familienhaus folgte und bis 1970 weitere 38 Wohnungen. In den 1970-er Jahren dehnte sich die Zeller Baugenossenschaft nach Hausen aus, drei Zwölf-Familienhäuser entstanden dort.

Im Dezember 1978 brannte das Haus Liebeckstraße 15 und wurde wieder aufgebaut. Die 1980er Jahre standen ganz im Zeichen der Modernisierung und Instandhaltung des Haus-, Wohnungs- und Grundbesitzes. Mit dem Steuerreformgesetz 1990 wurde die Wohnungsgemeinnützigkeit aufgehoben. Es entstand eine Vermietungsgenossenschaft unter der neuen Bezeichnung „Baugenossenschaft Zell i.W, eG“.

1995 wurde die Baugenossenschaft wieder von einem Brand in der Liebeckstraße 31 heimgesucht. 1996 stand der Umzug der Büroräume ins ehemalige Ladenlokal im Sonnenland an, wo sie sich nach wie vor befinden. In den letzten 20 Jahren standen vor allem energetische Sanierungen auf der Agenda, sagt Geschäftsführer Peter Wassmer. Er trat diese Position 2013 als Nachfolger von Tonia Stadler an.

Peter Wassmer, der von Daniela Wassmer als Sekretärin unterstützt wird, nahm mit Vorstand und Aufsichtsrat wichtige Schritte zur Konsolidierung vor. Gleichzeitig wurde nach nahezu 40 Jahren die Neubautätigkeit wieder auf den Weg gebracht. Dem Neubau Liebeckstraße 5 ging der Abbruch der Liebeckstraße 5/7 voraus. 2017 konnten die ersten Wohnungen in dem Zwölf-Familienhaus bezogen werden. Derzeit wird der zweite Bauabschnitt Liebeckstraße 9 umgesetzt, das Gebäude soll im Februar 2020 bezugsfertig sein.

Aber auch energetische Modernisierungen der Gebäudehüllen wurden in den Jahren 2014 bis 2018 in Angriff genommen, einschließlich der Installation einer Photovoltaikanlage. Hinsichtlich der regenerativen Energien mit einem Anteil von über 90 Prozent sei man gut gerüstet, sagt Wassmer.

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