Anzeige 45 Jahre Vereinigung der Ortsteile mit Kandern

Am 1. März 1974 wurde im Zuge der Gemeindereform aus sieben vorher selbstständigen Gemeinden eine. Darauf verweisen auch die sieben grauen Stelen, mit denen Autofahrer an den Ortseingängen von Kandern heutzutage begrüßt werden. Foto: Alexandra Günzschel

Kandern - Im Zuge der in Baden-Württemberg durchgeführten Gemeindereform wurden im Jahr 1974 die bis dato selbstständigen Gemeinden Kandern, Wollbach, Tannenkirch, Riedlingen, Holzen, Feuerbach und Sitzenkirch zur neuen Stadt Kandern zusammengeschlossen.

Seither ist vieles zusammengewachsen. Die Einwohner sprechen von der Kernstadt und den sechs Ortsteilen. Diese haben sich ihren eigenen dörflichen Charakter aber auch ein Stück weit bewahrt. Es gibt eigene Wappen und eigene Vereine, Rathausgebäude und zum Teil auch Kindergärten und Grundschulen vor Ort.

Und so gibt es heute neben dem Gemeinderat noch sechs weitere Kommunalparlamente, die Ortschaftsräte, die bei Entscheidungen zwar nicht das letzte Wort haben, denen man aber ganz bewusst Mitspracherecht einräumt, wenn es um ihre eigenen Belange geht. Kandern hält darüber hinaus an der unechten Teilortswahl fest, wie gerade wieder bei den Kommunalwahlen im Mai zu beobachten war. Diese sichert den Teilorten in Abhängigkeit ihrer Einwohnerzahl eine feste Anzahl an Sitzen im Gemeinderat – und somit weitere Einflussmöglichkeiten.

Wenn es nicht anders geht, muss der Gemeinderat durch Ausgleichssitze eben wachsen, wie gerade erst wieder geschehen. Dies ist eine Folge der unechten Teilortswahl, die nach der Eingemeindung als ein Zugeständnis an die zuvor selbstständigen Dörfer eingeführt wurde, die ihre Bürgermeister gegen Ortsvorsteher austauschen mussten.

Die Neubildung der plötzlich gewachsenen Stadt Kandern erfolgte am 1. März 1974. Gleichzeitig wurde der bisherige Vorsitzende des Gemeinderats zum Amtsverweser bestellt, wie Volker Scheer in seiner Chronik über Kandern und das Stadtrecht schreibt. An der konstituierenden Sitzung des Übergangsgemeinderats im Gasthaus „Ochsen“ sollen 52 Gemeinderäte teilgenommen haben.

Im Zuge der Gemeindereform mussten außerdem Straßen umbenannt werden, um Doppelbezeichnungen zu vermeiden: In der Kernstadt wurde aus „Im Rebacker“ deshalb „Am Häßler“, die frühere „Kirchstraße“ heißt jetzt „Hafnergasse“ und die ehemalige „Rathausstraße“ wurde in „An der Fischermühle“ umbenannt. Die „Malsburger Straße“ wurde zur Verlängerung der Hauptstraße, und die einst zu ihr gehörenden Bereiche heißen heute „Bruckmatt“, „Edelmatt“ oder „Schmiedematt“.

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