Anzeige Jubiläum und Geschäftsübergabe

Siegfried Feuchter
Helmuth und Dorothea Seiter ziehen sich aus dem Berufsleben zurück. Quelle: Unbekannt

Kandern (sif). Helmuth Seiter, erfolgreicher Immobilienmakler und als Institution im Kandertal weithin als „Stöppi“ bekannt, hat viel bewegt und erreicht in seinem Berufsleben. Nach mehr als 50 Jahren macht er nun Schluss: Der 76-Jährige übergibt zum 1. Juli seine Firma an seine Mitarbeiterin Kaja Wohlschlegel, die durch vielfältiges ehrenamtliches Engagement ebenfalls bekannt und bestens vernetzt ist.

Auch wenn ihm der Abschied nach einem langen, erfüllten Berufsleben nicht leicht fällt, so zieht sich Helmuth Seiter aus seiner Immobilienfirma in der Gewissheit zurück, in den nunmehr fast 51 Jahren viel auf die Beine gestellt zu haben, und auch in der Vorfreude, jetzt einen ruhigeren Abschnitt angehen zu können.

„Stöppi“ hat sich in den gut fünf Jahrzehnten nicht nur auf die Vermittlung von Häusern und Wohnungen beschränkt, sondern er war auch als Investor, Bauträger und Mitgesellschafter tätig. Darüber hinaus betrieb er als zweites wirtschaftliches Standbein, ebenfalls mit Erfolg, 25 Jahre lang eine Versicherungsagentur.

Mit viel unternehmerischem Geschick und Weitblick sowie Tatkraft und Mut hatte sich Helmuth Seiter, ein gelernter Bankkaufmann, bereits mit 26 Jahren selbstständig gemacht und seine Firma zu einem renommierten Maklerbüro und Bauträger gemacht. Sein Wirken war von Anfang an geprägt durch seine Maxime: „Man muss ehrlich, offen und zuverlässig sein.“ Diesen Grundsatz beherzigte „Stöppi“ zeitlebens. Und dies brachte ihm einen sehr guten Ruf, das Vertrauen einer treuen Kundschaft und den angestrebten geschäftlichen Erfolg ein, auch wenn es in den fünf Jahrzehnten auch rezessive Phasen im Immobiliengeschäft zu überstehen galt. Doch Krisen – wie die Mitte der 70er Jahre – meisterte Helmuth Seiter mit Kreativität.

Bei allem Erfolg verlor der versierte Kanderner Immobilienmakler, dessen Tätigkeit sich übers Kandertal hinaus auf das Markgräflerland und teilweise ins Wiesental erstreckte, nie die Bodenhaftung. Das machte ihn populär, ebenso wie sein soziales Engagement in all den Jahren. Seine Großzügigkeit als Sponsor und Gönner schätzten 32 Vereine und Organisationen. Zudem engagierte er sich ehrenamtlich stark.

Denn „Stöppi“ als früherer guter Fußballer, der allein für den FC Kandern 1000 Spiele bestritt, hatte viele Jahre seinen Heimat- und Herzensverein als Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender geführt. Doch sein ehrenamtliches Wirken war damit noch lange nicht erschöpft. Der agile Unternehmer brachte sich auch im Vorstand des Kanderner Werberings ein, rief zusammen mit Klaus-Dieter Schmidt und Hans-Peter Brombacher den „Städtlitag“ ins Leben, organisierte unter anderem viele Jahre die Kanderner Fasnachtsumzüge und war Mitglied im Vorstand der Freien Wähler. Bei all seinem vielfältigen Engagement stand aber immer sein berufliches Wirken im Vordergrund. Die eindrucksvolle Bilanz von Helmuth Seiter kann sich sehen lassen. Er leistete als Bauträger wichtige Beiträge zur Kanderner Stadtentwicklung. Denn er realisierte mehr als 300 Wohnungen und setzte dabei auch städtebauliche Akzente.

Zwei Objekte stechen dabei hervor: Die frühere Bierablage Riegeler machte er zu einem Vorzeigeobjekt. Und als Mitgesellschafter engagierte er sich auch beim großen Wohnprojekt „Wohnpark an der Kander“ (früheres Areal des Sägewerks Schmiederer) und verkaufte dort über mehrere Jahre 80 Wohnungen.

Auch zahlreiche Erschließungsmaßnahmen über Kandern hinaus setzte er um. Bei der Realisierung seiner Bauprojekte war es „Stöppi“ stets ein wichtiges Anliegen, auf einen festen Stamm an heimischen Handwerkern zurückgreifen zu können.

Dankbar ist Helmuth Seiter seiner Frau Dorothea, die ihm steten Rückhalt und Unterstützung gab und die bis zuletzt für die Buchhaltung zuständig war. Der Sohn der Eheleute lebt mit seiner Familie in Köln.

Trotz allen Wehmuts beim Abschied aus dem Berufsleben freut sich „Stöppi“, wenn er nun nach fast 51-jähriger Tätigkeit die Verantwortung und sein Lebenswerk an Kaja Wohlschlegel übergeben kann. Nun beginnt für Helmuth Seiter ein neuer, ruhigerer Abschnitt.

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