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Der lange Weg zum Bio-Label
Wie aus konventioneller Landwirtschaft ein Bio-Betrieb wird

lps/Mv. Seit Jahren steigt der Marktanteil von Bio-Produkten in Deutschland. Verbraucher und Politiker verlangen heute ein nachhaltigeres Wirtschaften. Die große Hoffnung zum Erreichen dieses Ziels ist die Bio-Landwirtschaft. Höhere Standards sollen die Umwelt schonen und das Tierwohl sichern. Doch der Weg von konventioneller Landwirtschaft zur Bio-Landwirtschaft ist schwierig. Produkte aus biologischer Erzeugung erhalten ein Bio-Label, wovon viele nebeneinander existieren. An ihnen soll der Verbraucher ablesen können, nach welchen Standards das Produkt erzeugt wurde. Im Supermarkt findet man das EU-Bio-Siegel, das Biokreis-Label, das Bioland-Label, das Label für Demeter-Produkte und andere Kennzeichnungen. Das Siegel mit dem niedrigsten Standard ist das EU-Bio-Siegel. Unter anderem wird der Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln, die Fläche für Tierhaltung und die Dauer von Tiertransporten geregelt. Bis der Landwirt dieses Label für seine Produkte erhält, vergehen meist Jahre, in denen er nach Bio-Standards produzieren muss, aber für seine Produkte nur den bisherigen Preis erhält. Für viele Landwirte stellt diese Übergangsphase ein großes finanzielles Risiko dar. Damit sich die Verbraucher sicher sein können, dass weiterhin nach Bio-Richtlinien produziert wird, müssen die Betriebe regelmäßig kontrolliert werden. Begutachtet werden unter anderem die Betriebsgebäude, die Felder und bürokratische Aufzeichnungen. Das Demeter-Label hat erheblich höhere Standards als das EU-Bio-Siegel und damit auch mehr Kontrollbedarf. Ob sich der Aufwand lohnt, entscheidet letztlich der Verbraucher, indem er diesen mit höheren Ausgaben zu schätzen weiß.

Artgerechte Tierhaltung
Wie ist das Leben im modernen Stall?

lps/Mv. Über 99 Prozent der Deutschen konsumieren tierische Produkte. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, muss die Landwirtschaft effizient arbeiten. Dieser Effizienzbedarf führte in den letzten Jahrzehnten zu einer rasant wachsenden Anzahl von Großbetrieben, die kleinere verdrängten. 1970 gab es noch rund eine Million landwirtschaftliche Betriebe, heute sind es etwa 270.000. Mit den Bauernhöfen wurden auch die Ställe größer, welche im Durchschnitt etwa 100 Rinder beherbergen. In diesen Kuhställen können sich die Wiederkäuer zwar frei bewegen, allerdings müssen sie oft auf Betonböden laufen und liegen. Zum Melken werden sie in Melkständen aufgereiht und von automatisierten Melkmaschinen gemolken. Die wenigsten Milchkühe sehen je die Weide. In einem Schweinebetrieb sind es im Mittel etwa 700 Tiere, welche ebenfalls auf Beton leben und wegen des Platzmangels unter Stress leiden. Die Hühnerhaltung hat sich allgemein deutlich gebessert. Eine hohe Nachfrage an Eiern aus Bio- und Freilandhaltung ermöglicht es dem Großteil der Tiere unter freiem Himmel zu scharren. Zudem wird häufig auf das Kürzen der Schnäbel verzichtet und die männlichen Küken dürfen zu ihren Artgenossen in die Aufzucht. Moderne Ställe sind also meist für die Massentierhaltung konzeptioniert. Dennoch sind diese nicht überall gleich. Immer mehr Landwirte hinterfragen die konventionelle Haltung und bieten ihren Tieren bessere Lebensumstände. Auch politisch werden andere Haltungsmethoden gefordert. Durch die verschiedenen Siegel und Label kann der Verbraucher nachvollziehen, wie die Tiere gehalten wurden und selbst entscheiden, welche Haltungsmethoden er unterstützt.

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