Anzeige Mike Kiefer 20 Jahre im Löwen

Ines Bode
Mike Kiefer in seiner Wirkungsstätte – der Küche des Zeller „Löwen“. Foto: /Ines Bode

Der Gastronom setzte viele Ideen um.

Das Wirken des Gastronomen Mike Kiefer im Zeller Stadtgebiet ist unübersehbar: Vor 20 Jahren übernahm er das Hotel-Restaurant „Löwen“ – heute gilt er als erfolgreicher Geschäftsmann.

Eine Chance zu sehen, ist eine Sache. Eine andere ist, zuzugreifen und erfolgreich zu sein. Mike Kiefer verstand es in den letzten 20 Jahren, sich einen Namen zu machen: Der Ausbildung als Koch folgten Praxisjahre, denen sich der Meisterbrief anschloss. Im Jahr 2004 nutzte er die Möglichkeit, den „Löwen“ zu übernehmen. Fünf Jahre lang hatte er Erfahrung als Küchenmeister gesammelt. Mit diesem Grundstock kaufte er das Gasthaus, das 54 Jahre von der Familie Bauer geführt wurde. Eine Ära ging zu Ende. Kein kleines Erbe für Kiefer.

Die vorherigen Stationen

Doch bereits die dreijährige Ausbildung hatte der gebürtige Schopfheimer im Zeller „Löwen“ absolviert. Die Abschlussnote 1,2 dürfte Zeugnis seiner frühen Kochkünste sein. Da war jemand mit Leidenschaft dabei. Und wer später einmal in seinem Restaurant gegessen hat, wird es nicht so schnell vergessen. Zum Beispiel dreierlei Filet vom Fisch mit dreierlei Soßen, die auf schmal geschnittener Tagliatelle thronten. Ein Gedicht. Die ganze Passion lag auf dem Teller. Mit seiner Traumnote zog der Jungkoch Kiefer in die ehrwürdige Inzlinger Traumlocation „Waidhof“ weiter, wo 2022 für immer das Feuer im Herd erlosch. Mit neuen Kniffen in Sachen Gourmet ging's seinerzeit nach eineinhalb Waidhof-Jahren in den Steinener „Ochsen“. Auch hier galt es für ihn, eineinhalb Jahre den erfahrenen Kollegen auf’s Messer zu schauen. Dann kam die Zeit, als Kiefer tagtäglich nach Bad Bellingen fuhr, um sich in der feinen Küche im „Schwanen“ weitere Kenntnisse zu holen. Vier Jahre war er Souschef in dem gehobenen Haus der Bädergemeinde. Zehn Jahre nach seinem allerersten Schritt in die Zeller Löwen-Küche kam er zurück.

Der Meisterbrief

1996 schien der Zeitpunkt gekommen, um die Stelle als Küchenchef anzutreten. Drei Jahre übernahm er die Pflichten und Aufgaben, dann zog es den ehrgeizigen Koch weiter. Denn er hatte noch eine Rechnung offen. Es ging an die Meisterschule im schönen Bad Reichenhall. Hier investierte Kiefer erneut seine gesammelte Erfahrung, um zu gegebener Zeit den Titel „Küchenmeister“ von Bayern ins heimische Wiesental zu tragen. Auch diese Note hat er bis heute nicht vergessen: Mit 1,7 steht erneut eine Eins vor dem Komma.

Gut ein Dutzend Berufsjahre lagen hinter ihm, theoretische und praktische. Mit diesem Erfahrungsschatz kaufte er 2004 kurzerhand den „Löwen“. Die Familie Bauer, bis heute mit einem werbeträchtigen Gastspruch auf der Front des Anwesens vertreten, zog sich nach über fünf Jahrzehnten in den Ruhestand zurück.

Wenn die Sprache auf den mittlerweile ortsbekannten Löwen-Wirt Mike Kiefer kommt, fallen Attribute wie freundlich, umgänglich und besonnen. Dabei hat er viel am Hut, konkret an der Kochmütze. Denn seit dem Wirken Kiefers als Hausherr reißen die positiven Schlagzeilen nicht ab: Im Jahr 2021 nutzte er die Chance, und erwarb den katholischen Pfarrsaal. Entstanden ist das „Fest- und Tagungszentrum Zell“. Zwei Jahre später forcierte er den Erhalt der „Krone“. Ein weiteres Gasthaus voller Tradition, das direkt gegenüber liegt, und dessen Zerfall Kiefer nicht mitansehen konnte. Mit zwei örtlichen Geschäftspartnern holte er die „Krone“ ins gastronomische Leben zurück. Und mehr noch: Sogar die einzige Zeller Privat-Brauerei hielt Einzug; gebraut wird dort das Latschari-Bräu. Mit der Leitung des heute modernen Nachbarlokals mit dem einladenden nostalgischen Interieur vertraut Kiefer auf die Erfahrung seiner Lebenspartnerin Sabine Rehm. Darüber hinaus brachte und bringt er sich als Vorsitzendes örtlichen Tourismusvereins und als Vorsitzender des Gewerbevereins ein, ebenso als Vorsitzender der Dehoga im Kreis Lörrach. Die jüngste Kommunalwahl war sein Thema, wobei er in den Zeller Gemeinderat gewählt wurde.

Ein Visionär

Immer wieder schafft er es in überregionale Gastro-Magazine. Vor gut zehn Jahren hieß es, in Zell werde die Mordlust zum Essen geweckt – ein Dinner-Krimi als Idee von Mike Kiefer. Ein Visionär sei er, titelte eine Zeitung. 2022 wurde er vom Land als „Tourismusheld“ ausgezeichnet, auch im Schlemmeratlas ist der „Löwe“ vertreten. Täglich ist das Haus geöffnet. 38 Arbeitsplätze bietet es als Arbeitgeber. Auch hält der Hausherr das Andenken hoch, an „Stanzerl“, gebürtige Zellerin und spätere Frau Mozarts, mit der Mozartstube. Weiter gibt es die Poststube, wo tatsächlich Post sortiert wurde, die Weinstube, das Restaurant, den Hotelbetrieb und den Garten.

1,2 Millionen habe Kiefer bis heute investiert, sagt er. Allein 2005 wurden 35 Bäder modernisiert. Es folgte der Thekenbereich, 2017 wurde ein neuer Küchenblock installiert und vieles mehr. Kiefer hat enorm viel erreicht, bis auf eins: Der Titel des Hürus der Fasnachtshochburg wird ihm wohl verwehrt bleiben. Keine Zeit, sagt Kiefer schmunzelnd. Und die Narren müssten sich dann ernsthaft fragen, wo sie ausgelassen feiern können. ib

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