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Glascontainer werden von Fachfirmen geleert. Foto: Peter Ade

Kreis Lörrach (pad). Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des dringend notwendigen Klimaschutzes ist das Umweltbewusstsein der Bundesbürger in den vergangenen Jahren gewachsen, auch wenn es nach wie vor zahlreiche schwarze Schafe gibt, die zum Beispiel Restmüll im Gelben Sack entsorgen.

Dabei ist Recycling längst kein Fremdwort mehr. Recycling bedeutet Gewinnung von Rohstoffen aus Abfällen, ihre Rückführung in den Wirtschaftskreislauf und die Verarbeitung zu neuen Produkten (stoffliche Verwertung).

Zum Recycling geeignet sind vor allem Glas, Papier, Pappe, Kartonagen, Eisen, Nichteisenmetalle und Kunststoffe. Ein ganzer Wirtschaftszweig ist durch Recycling entstanden und damit auch viele Arbeitsplätze.

Voraussetzung für die stoffliche Verwertung ist eine möglichst sortenreine Sammlung der Wertstoffe oder ihre leichte Abtrennung (Sortierung) aus der Abfallfraktion (Abfalltrennung).

Mit der Durchführung und Unterstützung von Projekten liefert der Verband für Umweltberatung praxisnahe Arbeitshilfen für den Umweltschutz. Er stellt sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und macht deutlich, dass Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze sind.

Rund 460 Kilogramm: So viel Haushaltsabfall produzieren die Menschen in Deutschland pro Kopf und pro Jahr. Der größte Teil des Abfalls wird recycelt, der Rest energetisch verwertet. Doch Abfälle zu vermeiden ist noch besser. Das schont von Beginn an die Umwelt und die Ressourcen. Was kann man tun, um die Menge der Abfälle zu verringern? Hier sind Verbraucher, aber auch Industrie und Handel gefragt.

Die Herstellung all der Produkte und Konsumgüter, die wir im Alltag nutzen und verbrauchen, ist aufwendig. Dafür werden Ressourcen, also Rohstoffe und Energie, benötigt. Doch nahezu alles, womit wir uns umgeben, wird irgendwann zu Abfall, der wieder aufwendig entsorgt werden muss.

Etwa 457 Kilogramm Haushaltsabfälle erzeugt im Schnitt jeder Einzelne in Deutschland pro Jahr. Dazu gehören der Restmüll, die Bioabfälle, Wertstoffe, Sperrmüll und sonstige Abfälle wie beispielsweise Elektroaltgeräte, Batterien und Farben. Im Jahr 2019 kamen so laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes insgesamt 38 Millionen Tonnen Abfall zusammen.

Um sich die Abfallmenge vorzustellen, hier ein Vergleich: Würde man den deutschen „Müllberg“ auf Lastzüge verteilen, bräuchte man 950 000 Lkw. Aneinandergereiht würden sie ungefähr von Deutschland bis nach Neuseeland reichen.

Bei vielen Menschen wächst das Bewusstsein dafür, dass die Ressourcen der Erde begrenzt sind, und dafür, dass unser Abfall der Umwelt, den Menschen und dem Klima schadet. Auch wenn kaum mehr Abfälle in Deutschland in Deponien vergraben werden, belastet die Entsorgung die Umwelt. Deshalb setzen Politiker und Verbraucher auf einen nachhaltigen Umgang mit Abfällen und Wertstoffen.

Abfall ist ein weltweites Problem, denn er belastet die Umwelt letztlich das Klima auf vielfältige Weise. So tragen Kunststoffabfälle, die umgangssprachlich meist als Plastik bezeichnet werden, erheblich zur Umweltbelastung bei. In den Medien sind zum Beispiel immer wieder Bilder von großen Plastikmengen in den Weltmeeren zu sehen. Kunststoffe bedrohen das Leben der Tiere, die im und vom Meer leben.

Die Herstellung von Kunststoffen in großem Maßstab begann erst in den 1950er-Jahren. Seitdem ist die Produktion enorm angestiegen. Weltweit werden über 400 Millionen Tonnen Kunststoffe im Jahr produziert, mehr als ein Drittel davon für Verpackungen.

Global werden nur 14 Prozent der Kunststoffverpackungen recycelt, wobei es sich oft um ein Downcycling zu minderwertigeren Produkten handelt. 40 Prozent der gebrauchten Verpackungen landen auf Mülldeponien – dies ist in Deutschland seit 2005 verboten – und 14 Prozent in Müllverbrennungsanlagen. Die restlichen 32 Prozent gelangen in die Umwelt, in Meere und andere Gewässer.

Ähnliche Umweltauswirkungen hat auch die Entsorgung ausgedienter elektronischer Geräte wie Smartphones, Fernseher oder Haushaltsgeräte. Häufig werden Haushaltsgeräte ersetzt, obwohl sie noch voll funktionstüchtig sind. Grund sind oft aktuellere Modelle und die immer schnellere Entwicklung neuer Software, die von alten Smartphones und Computern nicht mehr genutzt werden kann.  

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