Schopfheim (os). Fahrnau gehört seit  50 Jahren  auch verwaltungstechnisch zur Stadt Schopfheim.  1971 erfolgte die (freiwillige) Eingemeindung zur Nachbarstadt. Das Dorf Fahrnau wurde gemeinsam mit Raitbach erstmals im Jahr 1113 urkundlich erwähnt als Schenkung des Edelherren Walcho von Waldeck an das Kloster St. Blasien. Dieses Datum ist allerdings umstritten. Gesichert ist indessen, dass  1186 in Fahrnau eine der Heiligen Agatha geweihte Kirche erwähnt ist. Kurz vor der Reformation verlor die Pfarrei Fahrnau ihre Selbstständigkeit und wurde dem Kirchspiel Schopfheim zugeschlagen. Erst 1920 wurde Fahrnau wieder eine selbstständige protestantische Pfarrei. Obwohl es der Name vermuten lässt, steht das im 16. Jahrhundert erbaute Schloss Ehnerfahrnau nicht in Fahrnau, sondern auf Schopfheimer Gemarkung. Im 19. Jahrhundert wandelte sich  Fahrnau dank der Textilindustrie zum Arbeiterdorf.  Die Bevölkerungszahl verzehnfachte sich  zwischen 1813 und 1910 von 200  auf mehr als  2000 Einwohner. Ab den späten 1960-er Jahren entwickelte sich Fahrnau   in Richtung Wohngemeinde. Größere Neubauprojekte entstanden am  nördlichen Ende der Stadt   in Richtung Hausen. Heute  hat Fahrnau mit rund 4400 Einwohnern immerhin gut ein Fünftel der Bevölkerung der Gesamtstadt.
Ein starker Wandel fand im Bereich Gewerbe/Industrie statt. Die Textilindustrie und auch die Schuhfabrik Krafft, die in besten Zeiten über 1000 Menschen  Arbeit und Brot gab, verschwanden. In jüngerer Vergangenheit siedelte  ein weiterer großer Industriebetrieb ans westliche Ende der Stadt ins  Gewerbegebiet „An der Wiese“ um und machte Platz für eine große Wohnbebauung. Dafür  entstand   in der „Grienmatt“ ein interessanter Branchenmix aus Industrie, Gewerbe, Dienstleistung, Handel und Handwerk. Mit dem Bezug des neuen Domizils des THW vor einigen Jahren sind die Gewerbeflächen in der Grienmatt nahezu vollständig belegt.
Die Grienmatt ist aber nicht nur ein Gewerbe- und Industriegebiet. Dort hat sich in den ehemaligen Industriehallen eine Kulturszene etabliert, unweit entfernt hat der Golfclub seine Anlage, der Fußballverein Fahrnau und die „Villa Musica“ des   Musikverein sind   ebenfalls  in diesem Teil Fahrnaus zuhause. Der Teilort  hat dazu mit zahlreichen Vereinen, einer aktiven Kirchengemeinde, einer Grundschule, Einkaufsmöglichkeiten sowie guter Anbindung an den Nahverkehr eine intakte Infrastruktur und auch ein funktionierendes Dorfleben. Dafür standen bis Corona die vielen Veranstaltungen und Feste, etwa der Dorfherbst, der Adventsmarkt oder die Fasnacht,  die Fahrnau auch ohne  Stadtteil-Status   zu einem echten  Eigenleben  verhelfen.