Aufholprozess stagniert BDI: Fachkräftemangel in Ostdeutschland ist akut

Ein Schild mit Stellenangeboten in Sachsen. Foto: Jan Woitas Foto: dpa

Berlin/Bad Saarow - Die ostdeutsche Wirtschaft hat aus Sicht des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) seit dem Mauerfall enorm gewonnen.

"Nach der Wiedervereinigung betrug das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf gerade ein Drittel des westdeutschen Niveaus, heute liegt es bei fast 75 Prozent", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des BDI, Holger Lösch, der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn des Ostdeutschen Wirtschaftsforums in Bad Saarow an diesem Montag (bis 21. Mai).

"Das Pro-Kopf-Einkommen hat sich mehr als verdoppelt, die Produktivität stieg um das Vierfache", so Lösch. Überdurchschnittliche Erfolge gebe es in der Infrastrukturausstattung, in der Wohnqualität und im Umweltschutz.

Allerdings herrsche in Ostdeutschland ein akuter Fachkräftemangel, warnte Lösch. Daher müssten Weiterbildung und Qualifizierung intensiviert werden. "Aber auch die Attraktivität für Zuwanderung muss erhöht werden", betonte Lösch. "Offene oder latente Fremdenfeindlichkeit erweist ganzen Regionen einen Bärendienst."

Wahr sei auch, dass der wirtschaftliche Aufholprozess in Ostdeutschland derzeit stagniere. "Das liegt unter anderem an der kleinteiligeren Wirtschaftsstruktur sowie am Fehlen großer Unternehmen und Konzernzentralen zwischen Ostsee und Erzgebirge, was der langen Teilung geschuldet ist", meinte Lösch.

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