Auggen „Da kommt so einiges zusammen“

Es war die Überraschung in der Neujahrsansprache von Fritz Deutschmann: Der seit dem Jahr 2005 amtierende Bürgermeister von Auggen kündigte an, bei der Wahl im Juli nicht mehr kandidieren zu wollen.

Von Adrian Steineck

Auggen. Über die Gründe für diese Entscheidung, über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gemeinde Auggen und über die Projekte, die ihn während seiner Amtszeit besonders beschäftigten, hat unsere Zeitung mit Fritz Deutschmann (61) gesprochen.

Frage: Herr Deutschmann, mit Ihrer Ankündigung, dieses Jahr nicht mehr als Bürgermeister zu kandidieren, haben Sie sicherlich viele überrascht. Was sind die Gründe für Ihre Entscheidung?

Nach Ablauf einer dritten Amtszeit wäre ich 70 Jahre „jung“, davon möchte ich absehen. Diesen September bin ich seit 46 Jahren engagiert berufstätig, das ist rückblickend eine lange Zeit. Ich möchte mir mehr Zeit für Privates nehmen, die Uhr des Lebens tickt auch für mich.

Frage: Wenn Sie zurückblicken: Welche Projekte haben Sie während Ihrer Amtszeit besonders beschäftigt?

Seit dem Jahr 2005 haben mich viele Projekte beschäftigt, die auch umgesetzt werden konnten, da kommt doch so Einiges zusammen. Um nur einige zu nennen: die Erweiterung von Gewerbegebieten und Wohngebieten, die Ansiedlung von Gewerbe und Schaffung von Arbeitsplätzen, der Ausbau der Infrastruktur, die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes, der Neubau der Sonnberghalle, die Erweiterung des Kindergartens, der Neubau eines Flüchtlingswohnheims und noch vieles mehr. Die Unterbringung von Flüchtlingen etwa war eine große Herausforderung, der wir uns stellen mussten.

Aufgrund der Betroffenheit unserer Gemeinde bezüglich Schallschutz hat uns der Ausbau der Rheintalbahn mit dem dritten und vierten Gleis lange beschäftigt. Das hat sich gelohnt, wir bekommen jetzt einen hervorragenden, übergesetzlichen Lärmschutz.

Frage: Was sind derzeit die drängendsten Themen für Auggen, und was hoffen Sie im verbleibenden halben Jahr als Bürgermeister noch umsetzen zu können?

In nächster Zeit stehen Planungen und Entscheidungen zur Erweiterung unserer Grundschule an, da müssen die Weichen gestellt werden.

Frage: Auch Ihr letztes vollständiges Amtsjahr war von der Corona-Pandemie geprägt. Wie ist Auggen als eher kleine Gemeinde mit 2800 Einwohnern betroffen?

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben uns, wie auch die größeren Kommunen, in vielen Lebensbereichen getroffen. In meiner Rede zum neuen Jahr bin ich näher auf die Betroffenheiten eingegangen, so etwa die Schließung und Notbetreuung in Kindergarten und Schule, die Kurzarbeit in Firmen, das Erliegen des Vereinslebens, keine kulturellen Veranstaltungen und kein Auggener Winzerfest.

Frage: Zuletzt noch ein Blick voraus: Wann beginnen die Vorbereitungen für die Bürgermeisterwahl?

Die Wahl wird noch vor den Sommerferien, im Juli, anberaumt. Den konkreten Termin wollen wir in der ersten Gemeinderatssitzung des Jahres am 26. Januar festlegen.

ist seit dem Jahr 2005 Bürgermeister der Weinbaugemeinde Auggen. Der parteilose Kommunalpolitiker ist 61 Jahre alt und will nicht mehr kandidieren. Seine Neujahrsansprache ist unter www.auggen.de abrufbar.

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