Auggen Der wochenlange Regen reicht nicht aus

Jutta Schütz
Revierförster Florian Schmid (links) zeigte bei der Waldbegehung Zweige verschiedener seltenerer Baumarten wie von einem Feldahorn und einer Feldulme. Foto: Jutta Schütz

Fast 40 Teilnehmer kamen zur Waldbegehung in Auggen, die von Revierförster Florian Schmid und Bürgermeister Ulli Waldkirch im Vorfeld beworben worden war. Mit so viel Interesse hatte Schmid gar nicht gerechnet.

Mit so viel Interesse hatte Schmid gar nicht gerechnet. Start der Begehung war auf dem Waldparkplatz-Steinacker. Auf einem Rundweg durch den Wald hatte Schmid verschiedene Informationsstationen vorbereitet.

Waldkirch übernahm die Begrüßung der Gäste: Der Auggener Wald sei so etwas wie das Schatzkämmerlein der Gemeinde, jedes Jahr profitiere die Gemeinde von den Erlösen, investiere aber auch viel in den Forst, sagte Waldkirch.

Rund 78 Hektar umfasst der Auggener Wald. Eichen, Buchen und andere Laubbäume haben einen Anteil von 96 Prozent, zusätzlich gibt es noch einen kleinen Bestand von Nadelbäumen. Der Waldumbau läuft auch in Auggen, denn langfristig muss der Forst klimastabiler werden. Das bedeutet, dass für Fichten und Tannen Baumarten nachgesetzt werden, die trockenresistenter sind und mit Hitze aber auch Kälte gut klar kommen. Auch die Naturverjüngung war Thema.

15 000 Euro pro Festmeter

Neben Traubeneichen ist die Elsbeere ein Baum, der gut mit Trockenheit und Wärme zurechtkommt. Kaum jemand kennt diesen Baum, denn die Blätter erinnern etwas an einen Ahorn und verfärben sich im Herbst ähnlich schön, nämlich gelb und rot. Von der Rinde her kann man sie im Winter mit einem Birnbaum verwechseln. Ganz in der Nähe des Wanderparkplatzes gibt es eine ganze Reihe von Elsbeeren entlang des Waldrandes. Schmid hatte verschiedene Stämme mit roten Punkten gekennzeichnet. Er berichtete, dass er sich mit dieser Baumart nun vermehrt beschäftigt habe, weil sie in Deutschland sehr selten geworden sei, jetzt aber wieder interessant werde. „Das Holz der Elsbeere ist ungeheuer hart, härter und deutlich schwerer als Eichenholz, und deshalb richtig wertvoll – ich habe mich erkundigt, ein Festmeter kostet rund 15 000 Euro“, berichtete Schmid. Waldkirch kommentierte denn auch gleich: „Das sollten wir im Kopf behalten, wir müssen nächstes Jahr eine Schule bauen.“ Die rot-braunen Früchte haben einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt, sie wurden frühere medizinisch gegen Magenbeschwerden verwendet, aus ihnen kann man aber auch ein Kompott oder Marmelade machen. Elsbeeren wachsen sehr langsam, wenn sie größer werden, brauchen sie viel Licht. „Die hier am Waldrand sind circa 80 bis vielleicht 100 Jahre alt, die Bäume können bis zu 400 Jahre alt werden“, zeigte Schmid auf verschiedene Stämme.

Trockener Waldboden

An der nächsten Station hatte Schmid bereits eine Schaufel platziert. Damit stach er in den Erdboden, und hob einen Klumpen Walderde aus. „Wir sehen, dass trotz der Regenmengen der vergangenen fünf Wochen mitten im Wald die Feuchte erst circa 30 Zentimeter ins Erdreich reicht. Das Blätterdach hat viel Regen abgeleitet und aufgehalten“, erklärte er. Gegenüber deutete Schmid auf die gegen Wildverbiss eingezäunte Neuanpflanzung mit vielen Traubeneichen, durchmischt mit Elsbeeren und Wildkirschen.

Waldumbau

Auf der Fläche dieser Neupflanzung standen früher Nadelbäume, wie sie „im Block nebenan noch vorhanden sind“, so Schmid, der Rindenstücke herumreichte, in denen man die Gänge des Borkenkäfers erkennen konnte. Das Nadelholz leidet unter Trockenstress, der es dem Borkenkäfer dann leicht macht. Auch die Unwetterstürme dieses Jahres hätten dem Nadelwald und auf bestimmten Flächen auch dem Laubwald geschadet, informierte der Förster. Zwei Mal wurden Schäden beseitigt.

Wichtig für die Teilnehmer war noch die Aussage des Försters, dass es für die Holzversteigerung am 13. Januar 2024 „genügend Brennholz gibt, ordentlich Buche, aber auch Eiche und Esche“.

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