Auggen Ehemaliges Hotel steht in Flammen

Auggen - Das Erdgeschoss des ehemaligen Hotels „Lettenbuck“ im Auggener Ortsteil Hach stand am späten Donnerstagabend größtenteils in Flammen.

Die Feuerwehren Auggen und Müllheim hatten das Feuer, das sich gegen 23 Uhr im Bereich des ehemaligen Gastraums ausgebreitet hatte, schnell unter Kontrolle. Befürchtungen, es könnten sich noch Personen im Gebäude befinden, bestätigten sich am Ende nicht. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Das ehemalige Hotel, das seit Jahren geschlossen ist und im Begriff ist zu verfallen, wird immer wieder von Unbekannten als Übernachtungsmöglichkeit genutzt. Anwohner hatten den Einsatzkräften mitgeteilt, dass sie Hilferufe wahrgenommen hatten, sodass Einsatzleiter Dominik Kittler und sein Müllheimer Kollege Michael Stöcklin davon ausgingen, es könnten noch Personen in dem Gebäude sein und in Lebensgefahr schweben.

Suche nach Personen

Während Atemschutzgeräteträger der Auggener Wehr über die Nordostseite zum Brandherd vorgingen, bekämpften Müllheimer Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz die herausschlagenden Flammen.

Knapp eine Stunde nach Einsatzbeginn war das Feuer aus. Allerdings mussten immer wieder Glutnester bekämpft werden.

Nun wurden sämtliche Räume systematisch von weiteren Atemschutzgerätetrupps abgesucht. Dies gestaltete sich wegen der verschachtelten Bauweise allerdings schwierig. Am Ende gab es Entwarnung, es wurde keine Person gefunden.

Während des Einsatzes standen der Notarzt und der Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes in Bereitschaft. Beamte des Müllheimer Polizeireviers sicherten die Einsatzstelle.

Am Ende des Löscheinsatzes wurde das heruntergekommene Gebäude bis zur Klärung der Brandursache beschlagnahmt. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Andreas Grozinger lobte die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen vor Ort: „Die Einsatzkräfte hatten die Lage schnell im Griff.“

An die Einsatzstelle eilte auch Bürgermeister-Stellvertreterin Sabine Baßler. Sie ließ sich vom Auggener Kommandanten über die Situation informieren.

Jugendliche beobachtet

Die Polizei Müllheim geht nach jetzigem Stand der Ermittlungen von Brandstiftung aus, ein technischer Defekt scheide aus.

Schon in der Vergangenheit sei die Hotelruine immer wieder als Treffpunkt und Abenteuerspielplatz von Jugendlichen genutzt worden, heißt es im Polizeibericht. „Anwohner hatten zum Zeitpunkt des Brandausbruchs Jugendliche im näheren Bereich gesehen und gehört. Auch ein Auto sei aus Richtung der Brandörtlichkeit weg gefahren“, heißt es weiter.

Schon vor zweieinhalb Monaten musste die Feuerwehr Auggen zu dem alten Hotelareal ausrücken, nachdem Unbekannte ein altes Auto unter dem Vordach des Gebäudes in Brand gesteckt hatten.

Problematische Historie

Das ehemalige Hotel steht bereits seit mehr als fünf Jahren leer, berichtet Steffen Fante vom Auggener Rathaus auf Nachfrage. Der aktuelle Besitzer würde sich nicht um das Anwesen kümmern, so dass es auch häufiger zu Beschwerden von Anwohnern komme. Nur mit starkem Druck könnten Veränderungen am Haus erreicht werden, beklagt die Verwaltung. Wie es mit dem Hotel weitergeht, sei unklar.

Das Anfang der 1970er-Jahre erbaute Hotel hat eine äußerst wechselvolle, schwierige Geschichte: Schon seit 1993 wechselten Eigentümer und Pächter. Es gab oft Leerstände und große Pläne, die nie realisiert wurden. 2013 wurde das sanierungsbedürftige Hotel zwangsversteigert. Der Verkehrswert wurde damals auf 1,05 Millionen Euro festgesetzt. Betreiber der Zwangsversteigerung war die Gemeinde. Die Kommune hatte seit vielen Jahren keine Grundsteuer mehr erhalten.

Polizei sucht Zeugen

Das Polizeirevier Müllheim, Tel. 07631/17880, sucht Zeugen und Anwohner, die Hinweise zur Brandnacht geben oder Angaben zu Personen machen können, die sich auf dem Gelände der Hotelruine aufhalten oder in der Vergangenheit aufgehalten haben.

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