Auggen Ein „Bypass“ für das Schmutzwasser

An der Brunnenbuckstraße sind derzeit wieder die Bagger am Werk. Grund ist der Umbau des Auggener Kanalsystems.Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Auggen (ads). Im Zuge des Umbaus des alten Kanalsystems im Innerort ist in Auggen auch die Brunnenbuckstraße saniert worden. Nach deren Fertigstellung aber wird dort nun wieder gebaggert. Die fertige Straße wird wieder aufgemacht und Schmutzwasser und Regenwasser miteinander verbunden, wie ein aufgebrachter Anwohner gegenüber unserer Zeitung sagt.

Anwohner aufgebracht

„Es muss irgend einen Grund für diese Maßnahmen geben“, sagt der Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er vermutet einen Planungsfehler von Seiten der Gemeinde, denn: „Es ist absolut kein Grund vorhanden für diese Arbeiten. Aus den Kanalisationsdeckeln kam in diesem Bereich bei starkem Regen immer schon mal Wasser.“ Bei einem Anwohner sei wohl das Regenwasser-Fallrohr nicht angeschlossen gewesen, auch hätten die Rückstauklappen gefehlt, so dass Wasser in den Keller gelaufen sei. „Also entstehen der Gemeinde hier auf Verdacht hin Kosten“, sagt der Anwohner weiter.

Antwort der Gemeinde

Dirk Ehret vom Hauptamt der Gemeinde Auggen bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die derzeitigen Baggerarbeiten mit der Umstellung beim Abwasser von Misch- auf Trennsystem zu tun haben. „Wir sind momentan noch in der Umstellungsphase im öffentlichen Bereich“, sagt er. Zudem müssten die Anwohner im privaten Bereich teilweise ebenfalls auf Trennsystem umrüsten.

Da allerdings noch nicht alle Anwohner im Zuge der bisherigen Baumaßnahme umgestellt hätten, sei jetzt festgestellt worden, dass im neuen Schmutzwasserkanal, der kleiner dimensioniert ist als der bisherige, weiter noch Regenwasser mit einfließt. Bei einem Starkregen führe dies aktuell zum Überlauf und Rückstau, so dass es zu Schäden auf einem Privatgrundstück gekommen sei. Daher werde derzeit ein „Bypass“ verlegt, um diesen Schmutzwasserkanal kurzfristig zu entlasten, bis alle Anwohner im gesamten Bauabschnitt umgestellt haben.

Zum Hintergrund

Mit dem Umbau des alten Kanalsystems war im Jahr 2018 begonnen worden. Das verantwortliche Planungsbüro Himmelsbach und Scheurer hatte im Gemeinderat schon früh darauf hingewiesen, dass im Tiefbau mit Unvorhergesehenem gerechnet werden müsse. Ein erhöhter Arsengehalt insbesondere bei den freigelegten Rohren im Bereich der Brunnenbuckstraße hatte denn auch zu einer Viertelmillion Mehrkosten geführt. Insgesamt kosten die Arbeiten rund zwei Millionen Euro.

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