Auggen Experimentierfreudiger Nachwuchs

Michael Rüdlin (links.), Elena Batzler und Manuel Sayer vertreten die „Jungen Winzer“ aus Auggen. Foto: Alexander Anlicker

Auggen -  Der Beruf des Winzers ist für junge Menschen wieder attraktiv. Mitunter wird eine Generation übersprungen, und die Enkel übernehmen die Rebflächen der Großeltern. Wie beispielsweise bei Michael Rüdlin, der vor zehn Jahren die Rebflächen des Opas übernommen hat und heute rund 20 Hektar bewirtschaftet.

Rüdlin ist einer von 14 jungen Winzern, die im Jahr 2016 beim Winzerkeller Auggener Schäf das Projekt „Junge Drübel“ ins Leben gerufen haben. Aus den „Jungen Drübel“ sind mittlerweile die „Jungen Winzer“ geworden, und statt 14 sind es jetzt 21 Nachwuchswinzer. Der Name Drübel (Trauben) war außerhalb des Markgräflerlands doch zu erklärungsbedürftig und selbst  15 Kilometer weiter südlich von Auggen werden aus den Drübel bereits Driebel, erklärt Elena Batzler.

Die ehemalige Ortenauer Weinprinzessin arbeitet beim Winzerkeller Auggener Schäf im Vertrieb und hat das Jungwinzerprojekt unter ihre Fittiche genommen. Sie kümmert sich unter anderem um die Social-Media-Aktivitäten der Jungen Winzer. Die Jungen Winzer sind übrigens zwischen 18 und 40 Jahre alt, manch einer übernimmt mitunter recht spät als Nebenerwerbswinzer den elterlichen Betrieb.

Ziel des Projekts ist es, die „Jungen Winzer“ auch an das Thema Genossenschaft heranzuführen.

Neben der Arbeit in den Reben erhalten die Jungwinzer auch einen Einblick in die Arbeit im Keller. Gemeinsam haben sie mittlerweile vier eigenständige Weine kreiert, welche das Sortiment des Winzerkellers ergänzen. Einen Gutedel der geschmacklich zwischen der klassischen ausgebauten leicht nussigen Variante und der modernen fruchtigen Variante liegt.

Hinzu kommen ein Cuvée blanc und ein roter Cuvée. Im vergangenen Jahr wurde der rote Cuvée aus Merlot, Spätburgunder und Regent zum ersten Mal angeboten und war nach kurzer Zeit bereits ausverkauft. Das macht die „Jungen Winzer“ natürlich stolz und für den 2020er Jahrgang wurde bereits die doppelte Menge produziert, erklärt der Weinküfer beziehungsweise Weintechnologe Manuel Sayer, der im Keller die Jungwinzer vertritt.

Die jungen experimentierfreudigen Winzer bringen zusammen rund 3,2 Hektar Rebflächen in das Projekt ein und haben seitens der Genossenschaft freie Hand. Spannend ist auch das jüngste Kind, ein sortenreiner Rosé-Wein aus Cabernet Cortis, einer vom Weinbauinstitut Freiburg gezüchteten pilzwiderstandsfähigen Rotweinsorte.

Die Experimentierfreude der jungen Generation könnte sich langfristig auszahlen. „Der Sortenspiegel wird sich durch den Klimawandel verändern“, sagt Sayer.

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