Auggen Geschätzt als unkomplizierte Rebsorte

Die Diskussionsrunde (v.l.): Jürgen Gugelmeier, Andreas Philipp, Daniel Perez, Peter Wohlfarth, Gundram Dreher, Hermann Pilz, Michael Brand, Herbert Krebs und Thomas Basler Foto: Dorothee Philipp Foto: Weiler Zeitung

Auggen (do). "Grünlich, saftig, knackig" " der Sauvignon Blanc ist im Kommen, in Baden zwar als Nischenwein, aber beim international orientierten und auch beim jüngeren Publikum sehr beliebt. Um diese Weinsorte, die ihren Ursprung in Frankreich hat und die aus einer natürlichen Kreuzung aus Chenin Blanc und Traminer entstanden ist, drehte sich gestern das jüngste Auggener Weinforum. Moderiert von Hermann Pilz, dem Chefredakteur der Zeitschrift "Weinwirtschaft", diskutierten Fachleute über Anbau, Stilistiken und Marktchancen des Sauvignon Blanc. Auf 107 Hektar wird in Baden Sauvignon Blanc angebaut, dabei sind die Winzergenossenschaften Auggen und Pfaffenweiler die Betriebe mit den größten Flächen (jeweils zehn Hektar). Weltweit ist Neuseeland mit einer Anbaufläche von 33"000 Hektar der größte Produzent von Sauvignon Blanc. Über den Umweg über die USA, wo sich der "Pouilly Fumé" in kurzer Zeit etabliert hatte, trat der Sauvignon Blanc seinen Weg in die internationale Weinwelt an und wird jetzt auch in Deutschland immer mehr nachgefragt. Die Auggener Winzer schätzen ihn als unkomplizierte und starkwüchsige Rebsorte, die auch mit Trockenheit gut zurechtkommt, wie Jürgen Gugelmeier erklärte. Wobei man sich bei der Laubarbeit zurückhalten sollte, um die Aromen zu schonen, fügte er hinzu. Auch will der Sauvignon Blanc nicht nur kühl getrunken, sondern auch kühl geerntet, ausgebaut und gelagert werden. Nur so behält er seine Frische und seine Aromatik. Deswegen greifen die Auggener Winzer bei der Lese von Sauvignon Blanc gerne zur Nachtschicht, was im Zeitalter der Maschinenernte aber kein Problem darstelle, sagte Kellermeister Andreas Philipp. Der Sauvignon Blanc werde dem Gutedel im Sortenspektrum der WG keine Konkurrenz machen, aber man könne damit auf die Wünsche einer Kundschaft eingehen, die verstärkt zu internationalen Weinen greife, betonte Geschäftsführer Thomas Basler. Man könne die Marktnische gut besetzen, da man sowohl eine klassische Variante für jeden Tag als auch die Spätlese- Schiene im Barrique-Ausbau anbiete. Der Sauvignon Blanc ist auch als Begleiter eines Menus ein gefragter Wein, stellte Daniel Perez von der "Sonne" in Laufen fest. "Die Überseeprodukte haben diese Sorte bei den Verbrauchern "cool" gemacht", meinte er. Auf seiner Karte bietet er die etwas fülligeren Spätlesevarianten "Terroir" und "Nr. 5" an. Wer als Händler Sauvignon Blanc im Regal hat, muss dieses gut pflegen, der Wein sollte jung getrunken werden, meinte Michael Brand von der Vertriebsorganisation "Weinland Baden GmbH". Da derzeit die großen Mengen noch fehlen, sei der Absatz vor allem auf regionale Händler und den Fachhandel begrenzt, aber inzwischen habe man auch einen größeren Partner unter Vertrag. Seine Empfehlung an den Handel: Flaschen aus der Dekoration nicht in den Verkauf geben. Und an den Kunden: Die Weinkartons kühl und lichtgeschützt aufbewahren, das konserviere die Aromen.

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