Auggen Prickelnd wie Ahoi-Brause

Weiler Zeitung

„Auggens Antwort auf Boris Johnson hat wegen eines nicht geteerten Feldwegs und einer defekten Toilettentür den Fasnachts-Brexit vollzogen“, stellte „Mutti“ fest. Einfach köstlich der Auftritt von Mike Muser als Bundeskanzlerin in der Bütt der Auggener Schlawinergilde

Von Alexander Anlicker

Auggen. Bevorzugtes Ziel der Auggener Buurefasnacht war einmal mehr das Rathaus mit seinem Chef Fritz Deutschmann. Neben frechen Büttenreden gab es wie gewohnt flotte Tanzauftritte der Mini-/Teenie- und ersten Garde, mitreißende Gesangsauftritte und vor allem viel Klamauk.

Bütt

Genüsslich sezierte die „Kanzlerin“ die Neujahrsansprache des Bürgermeisters, die so prickelnd wie eine Flasche abgestandener Rotkäppchensekt und so humorvoll wie ein Stück von Franz Kafka gewesen sei. „Frohsinn ist ein Hauptwort und wird immer groß geschrieben“, lautet die Antwort auf die rhetorische Frage warum Frohsinn in Auggen groß geschrieben werde. Müllheim, Schliengen, Badenweiler und Heitersheim hätten einen neuen Bürgermeister – Auggen „noch“ nicht, meinte Muser. Aber nicht nur den Rathauschef hatte er in seinem prickelnden Vortrag im Visier. „Erst wollte er heim ins Reich, jetzt will er reich ins Heim“, meinte er anlässlich der Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung gegen den „braunen Gelegenheitsdenker“ Alexander Gauland. Deutschland habe zwar eine funktionierende Bundeswehr, aber wegen des Dieselfahrverbots dürfen russische Panzer nicht mehr in deutsche Innenstädte.

Politisch war auch der närrische Prolog von Albert Gamb, der als Till Eulenspiegel der Welt den Spiegel vorhielt. „Narren brauchts in diesen Zeiten, wenn Hass und Häme sich verbreiten“, stellte er fest und hielt ein Plädoyer für Toleranz, getreu dem Motto „Sich selber nid so wichtig neh – ded weniger Probleme geh!“.

Zu den Glanzlichtern zählte einmal mehr der Auftritt von Gerd Reinecker, die in der Bütt von den heiteren mitunter auch schmerzhaften Missgeschicke der Auggener Mitbürger berichtete.

Frech und spritzig war auch der Auftritt von Amy Golay mit ihrer digitalen Assistentin Siri (Lou Golay), die scharf gegen den Schlawinerrat schossen – „ein müder übernächtigter Haufen älterer Leute, aber trinkfest“ – aber auch den geschlossenen Jugendtreff anprangerten.

Zu den Glanzlichtern zählte auch der Schlawiner-Exportschlager – das Auggener Prinzenpaar Elfie (Beate Golay) und Zwölfie (Ruthild Muser). Als Astrologin erstellte Elke Muser ein treffendes Horoskop. Treffend vor allem was die Mitglieder des Schlawinerrats angeht.

„Sich selbst nicht so ernst nehmen“, das taten auch Patrick Gaess und Sebastian Hurst als „Dicke vu de Clique“: „Mir hänns au nid liecht, und sind’s au nid.“

Gesang

Den Blick ins Umland – nach Bad Bellingen und Neuenburg – richteten gesangsstark Volker Muser und Stefan Escher von den Bad Bellinger Bogdemolli.

Mit ihren Liedern „Baustelle – nix schnelle“ und „Jetzt gän mol Gas“ besangen Dirk Rappold, Christof Duffner und Franco Coali die langwierigen Tiefbauvorhaben im Auggener Oberdorf.

Für Musik und Klamauk sorgten zum Finale die mit Laubbläsern und Staubsauger bewaffneten „Ghostbusters“ Tobias Meier, Erich Faißt und Jürgen Gugelmeier, die unter anderem Jagd auf das „Abstiegsgespenst“ der Auggener Kicker machten.

Tanz

Dazu gab’s einmal mehr flotte Garde- und Showtänze von Mini-/Teenie-Garde und erster Garde. Die Mini-Teenie-Garde tanzte auf Hits der 1980er-, 1990er- und 2000er-Jahre und die große Garde begeisterte mit einer irischen Tanznummer zu Michael Flatleys „Lord of the Dance“. Hinzu kam ein fetziger Hästanz von den Schoppeglasschlotzern.

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