Auggen „Raumstation passt eben zu Sternen“

Mit 22 Jahren hat Bernd Kurzbach (42) den „Sternen“ in Auggen von seinen Eltern übernommen. Ab dann traten Bands auf – und er fügte dem Namen ein „Raumstation“ hinzu. Am Samstag wird nun das „20-Jährige“ gefeiert. Saskia Scherer sprach mit dem Inhaber über die Hintergründe.

Frage: Wie ist die „Raumstation Sternen“ eigentlich entstanden?

Die Idee, eine Musikkneipe zu führen, hatte ich während des Zivildiensts gemeinsam mit einem Kumpel. Wir waren dann auf der Suche nach einer Location und haben allerdings nur Absagen erhalten. Als meine Eltern schließlich den „Sternen“ verkaufen wollten, habe ich ihn übernommen – das kam quasi wie gerufen.

Frage: Woher stammt der Name?

Ich habe damals viel „Surf-Musik“ gehört und interessiere mich einfach für Ufos und Aliens. Außerdem hatte ich hier auch mit Science Fiction-Elementen dekoriert. Und der Zusatz „Raumstation“ passt eben zu „Sternen“.

Frage: Was waren die Höhepunkte in den zwei Jahrzehnten?

Zum Beispiel, als „The Bollock Brothers“ da waren, eine Lieblingsband von mir. Die kommen dieses Jahr auch wieder. Jedes Jahr an Weihnachten treten „The Corner­stones“ auf. Auch „Necronomicon“, eine Band aus dem Markgräflerland, die in der europäischen Metalszene recht berühmt ist, kommt immer wieder gerne her. Allgemein hatten wir hier einige Bands, die jetzt auf großen Festivals spielen.

Und auch ich selbst habe einige Festivals organisiert, etwa das „Regio Jam“, das Maifest in Müllheim oder das „Umsonst & Draußen“ in Steinenstadt. Ein jährlicher Höhepunkt war auch immer der Brunnenbuck-Rock. Die letzten Festivals waren das „Apocalypse Now“ in der Auggener Winzerhalle und das „Spring Breeze“ in Eggenen.

Frage: Wie werden die Künstler ausgewählt?

Ich versuche einfach, das Programm so zusammenzustellen, dass es interessant ist. Bei „Pure Inc“ habe ich zum Beispiel eine Demo-CD gehört und dachte nur „Wow“. Als ich die dann angerufen habe, haben sie gerne zugesagt. Zusammen mit „The Second“ aus Müllheim kamen dann 300 Gäste, die bis auf die Straße standen. Allgemein wird hier viel Rockabilly, Punk, Metal, Folk und Underground gespielt.

Frage: Wie setzt sich das Publikum zusammen?

Das ist wirklich bunt gemischt, vom Teenager bis Ü60er.

Frage: Das Gasthaus gibt es seit 155 Jahren und das Haus kann eine mehr als 300-jährige Geschichte vorweisen – was gibt es dazu zu erzählen?

Neben dem Gasthaus wurden hier unter anderem auch mal eine Metzgerei und eine Brauerei betrieben. Mein Vater hat das Gasthaus in den 1950er Jahren übernommen. Laut meiner Mutter war das „die lustigste Kneipe im Ort“. Ich erinnere mich noch, dass hier eine Musikbox stand. Wenn die Leute richtig in Fahrt waren, lief da auch mal 100 Mal der gleiche Schlager hintereinander – bis ich die Box mit eigenen Platten selbst bestückt habe.

Meine Eltern haben den „Sternen“ etwa bis 1993 betrieben, dann war er fünf Jahre lang verpachtet, und dann habe ich übernommen.

Frage: Was erwartet die Besucher denn beim Geburtstagsfest am Samstag?

Viel Spaß! Die Bands sind sehr sympathisch, mit denen ist immer Party angesagt.

Frage: Was steht sonst in Zukunft an?

Am 25. August ist wieder Straßenfest. Sonst gibt es keine großen Pläne. Festivals zu organisieren ist mittlerweile sehr schwierig, die Auflagen werden immer höher.

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