Auggen Schwierige Bedingungen gemeistert

Zoë Schäuble

Schlanke Weine, aber mit viel Aroma – so lautet das Resümee der Winzer Thomas Basler, Geschäftsführer des Winzerkellers Auggener Schäf, und Markus Büchin, Geschäftsführer des gleichnamigen Schliengener Weinguts. Trotz der guten Weinqualität liegt hinter den Winzern ein herausforderndes Jahr.

Von Zoë Schäuble

Auggen/Schliengen. Der beste Monat für den Wein sei in diesem Jahr nicht wie üblich der Mai, sondern der September gewesen, erinnert sich Basler. Der habe mit viel Sonne und kühlen Nächten doch noch für ein versöhnliches Ende einer ansonsten schwierigen Saison gesorgt. „Die andauernde Kühle hat das Wachstum der Trauben ausgebremst und der viele Regen hat den Pilzdruck gefördert.“ Durch die dauerhafte Nässe im Sommer habe man viel investieren müssen, damit die Reben gesund bleiben.

Basler: „Beim Herbsten haben wir rund 20 Prozent weniger Ertrag erreicht als in den Vorjahren.“ Der Qualität habe das aber nicht geschadet. Im Gegenteil: „Die Weine haben zwar einen geringeren Alkoholgehalt, aber dafür ein ganz hervorragendes Aroma“, sagt der Leiter des Auggener Winzerkellers.

Pandemie herausfordernd

Aus wirtschaftlicher Sicht seien aber nicht nur der geringere Ertrag, sondern auch die Auswirkungen der Pandemie für das Weingut fordernd gewesen. „Wir haben uns durch ständiges Testen und das Vorantreiben der Impfungen darum bemüht, dass alle unsere Mitarbeiter gesund bleiben und wir durchweg arbeiten können.“ Die Vinothek habe aber zeitweise für Besucher geschlossen bleiben müssen. „Auch die ersten Veranstaltungen haben wir im kommenden Jahr bereits absagen müssen“, berichtet Basler. Dennoch hoffen er und sein Team, dass 2022 wieder mehr möglich sein wird. „Der Kundenkontakt hat 2021 gefehlt.“

Eine ähnliche Bilanz zieht Büchin. „Zeitweise konnten wir im Sommer aufatmen. Im Juli fanden auch tatsächlich ein paar Veranstaltungen statt.“ Das 30 Hektar große Familienunternehmen erwirtschaftet einen Großteil seines Umsatzes bei größeren Events. „Gerade der Ausfall der Weihnachtsmärkte – dort verkaufen wir üblicherweise Glühwein – war schwierig.“ Auch sonst fehlten die Feste im Spätjahr.

Zugenommen hingegen hat die Anzahl der Privatkunden, „was uns natürlich freut“. Auch die betriebsinterne Weihnachtsfeier, an der neben der Familie auch die fünf Mitarbeiter teilgenommen hätten, musste pandemiebedingt abgesagt werden. Büchin: „Die aktuelle Lage deutet schon wieder darauf hin, dass uns ein paar herausfordernde Monate bevorstehen.“ Dennoch blicken auch Büchin und seine Mitarbeiter positiv in die Zukunft: „Wir hoffen, dass es 2022 früher Lockerungen gibt und Veranstaltungen möglich sind.“

Mit Basler teilt der Winzer die Einschätzung hinsichtlich der Qualität des Weins. „Es war tatsächlich schwer, den Falschen Mehltau im Griff zu behalten.“ Nachdem aber aus landwirtschaftlicher Sicht die größten Hürden gemeistert waren, sei ein durchaus guter Jahrgang mit hoher Aromatik das Ergebnis der Arbeit gewesen. „Der September förderte die Reife und sorgte für ansprechende Mostgewichte.“

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