Auggen Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Existenz der hiesigen Landwirte aus Tierhaltung und Ackerbau, der Obstbauern und Winzer. Foto: Marco Fraune Foto: Weiler Zeitung

Der Einladung der FDP-Ortsverbände Auggen und Markgräflerland zur Veranstaltung „Zukunft der Landwirtschaft – zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ waren 120 Gäste gefolgt, hauptsächlich Landwirte aus der Region zwischen Weil am Rhein, Ortenau, Kander- und Wiesental.

Auggen. Unter den Gästen waren Carina Konrad, FDP-Bundestagsabgeordnete und selbst Landwirtin, Michael Kauffmann, Dezernent landlicher Raum vom Landratsamt Lörrach, die beiden BLHV-Vertreter Heinz Kaufmann und Michael Fröhlin, Kilian Schneider, Präsident des Weinbauinstituts Freiburg), Obstbauer Kevin Brändlin und Stefan Fünfschilling (Obst- und Weinbaubetrieb). Die Moderation übernahm der FDP-Bundestagsabgeordnete Christoph Hoffmann.

Im Mittelpunkt stand die Existenz der hiesigen Landwirte aus Tierhaltung und Ackerbau, der Obstbauern und Winzer. Zu viele Auflagen und Gesetze behindern die Eigenständigkeit dieser Berufszweige, hieß es. Die Landwirte wollen keine Almosen, sondern gerechte Bezahlung ihrer täglichen Arbeit und der erzeugten Produkte, um ihren Familien den notwendigen Unterhalt zu erwirtschaften.

Die geernteten Erzeugnisse könnten am Markt nicht zu reellen Preisen verkauft werden, sodass nur geringe Gewinnspannen für die Erzeuger erzielt werden könnten. Ein Landwirt forderte ein Werbeverbot für Lebensmittel zu Schleuderpreisen. Die Wertschätzung der Lebensmittel verringere sich zunehmend, der Bezug der Bevölkerung zu den Erzeugern und deren Produktionsbedingungen gehe verloren.

Deshalb wird gefordert, den Schulkindern die bäuerlichen Betriebe durch Anschauungsunterricht und Praktika in den Betriebsstätten näher zubringen, um mehr Verständnis für diesen Berufszweig zu erwecken. Jeder Mensch nimmt täglich Nahrung zu sich, hinterfrage jedoch oftmals nicht, wo diese erzeugt wird.

Auf Nöte aufmerksam machen

Carina Konrad brach eine Lanze für ihre Berufskollegen. Sie selbst sei in die Politik gegangen, um auf die Nöte dieses Berufszweigs aufmerksam zu machen. Sie dränge in Berlin für eine Vereinheitlichung bei den Rahmenbedingungen zur Produktion der Lebensmittel in der EU. Die starren Verbesserungswünsche, wie 50 Prozent Reduktion bei den Pestiziden, seien unrealistisch und führten letztendlich zu weniger produzierten Lebensmitteln. Die Versorgung der Bundesbürger könne heute schon nicht mehr vollumfänglich durch einheimische Produkte gewährleistet werden. Die Erzeugnisse, die im Ausland mit geringeren Auflagen für Pflanzenschutz bei uns angeboten werden, beeinträchtigten den Wettbewerb und führten immer mehr zur Aufgabe der landwirtschaftlichen Betriebe.

Die Folgen des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ hätten bereits bei den Rebveredlern zu einem Rückgang von 30 Prozent geführt, da weniger Bereitschaft vorhanden sei, in neue Rebanlagen zu investieren, infolge der Verunsicherung im Reglement des Pflanzenschutzes.

Rahmenbedingungen nicht verlässlich

Die Rahmenbedingungen für Investitionen in den Betrieben, wie etwa im Stallbau, seien nicht verlässlich, da sich die Vorschriften schneller ändern würden als die Investitionen abgeschrieben werden könnten. Daher seien diese wirtschaftlich unkalkulierbar. Die Rentenregelung für Betriebsinhaber und deren Familienangehörige sei ebenfalls unzureichend. Sie sind nach 40 Arbeitsjahren und mehr Beitragszahlung in die Rentenkasse aus dem Sozialsystem ausgeschlossen, das allen übrigen Erwerbstätigen eine Grundrente zusichert.

Vor diesem Hintergrund sei es dringend notwendig, mehr Aufklärung zu leisten und für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen. Mit den aufgestellten grünen Kreuzen und etlichen Mahnfeuern sei ein Anfang gemacht.

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