Bad Bellingen Auf eigene Kompetenz setzen

Die Bade- und Kurverwaltung soll in Sachen Tourismus verstärkt ihr Know-how einbringen. Foto: Archiv Foto: Weiler Zeitung

Zu wenig effizient, was die Gästewerbung angeht: Im Zusammenhang mit der Vorstellung des neuen Bad Bellinger Tourismuskonzepts im Gemeinderat (wir berichteten) wurde auch Kritik an der Werbegemeinschaft Markgräflerland geäußert. Der Kurort ist mit anderen Gemeinden Mitglied und zahlt einen jährlichen Beitrag im mittleren fünfstelligen Eurobereich an die Tourismusorganisation.

Von Claudia Bötsch

Bad Bellingen. Dirk Monath vom Beratungsbüro Futour Südwest kritisierte, dass das „insgesamt niedrige Gesamtbudget“ den Gemeinden nicht viel nutze. Mit diesem könne die Werbegemeinschaft nur in sehr begrenztem Umfang Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für die Mitglieder betreiben. „Für eine gezielte Werbung für das Gebiet des Markgräflerlands wäre ein deutlich größeres Budget nötig“, hielt Monath im Abschlussbericht zum Tourismuskonzept fest.

Dazu komme die Unzufriedenheit einzelner Mitgliedsgemeinden, die die Leistungsfähigkeit und die Notwendigkeit der Werbegemeinschaft Markgräflerland in Frage stellen. Immer wieder werde mehr oder weniger offen von einem Austritt gesprochen. Vor diesem Hintergrund sei eine Verbesserung hin zu einer größeren Effektivität wenig wahrscheinlich.

Kooperationen ausbauen

Zudem sei bei der Werbegemeinschaft „kein Wille zur Veränderung“ zu erkennen. Monath riet vielmehr, sich mit dem Know-how der Bade- und Kurverwaltung (BuK) auf eigene Füße zu stellen und die bereits aufgenommenen Kooperationen mit Nachbargemeinden weiter auszubauen.

Die Kurverwaltung verfüge über sehr gute Fachleute und die nötige Fachkompetenz im Bereich Werbung und Touristik, was man sich auch bezahlen lassen könne. Damit sei man in der Lage, Werbemedien kostengünstig und ansprechend umzusetzen.

Die angestoßenen Kooperationen haben bereits erste Früchte getragen. So wurden 2019 für und mit den Gemeinden Schliengen, Kandern und Malsburg-Marzell ein Gastgeberverzeichnis und ein Veranstaltungsprogramm als Gemeinschaftsprojekte erstellt. Im Laufe des Jahres sollen weitere Medien wie Wander- und Radprospekte folgen. „In dieser Kooperation sind Leistungen genau definiert, geleisteten Zahlungen stehen konkrete Werbemedien gegenüber“, sah Monath die Vorteile.

„Dieses Modell ist Erfolg versprechend“, lautete sein Fazit. Denn es stelle die Partnergemeinden zufrieden und eröffne die Möglichkeit, die regionale Zusammenarbeit zu vertiefen, ohne zusätzliche Kosten für die Verwaltung zu erzeugen.

Handlungsbedarf besteht

Die Kooperation soll auf weitere Gemeinden des südlichen Markgräflerlands erweitert werden. Einige hätten bereits Interesse gezeigt, ebenfalls „auf den Zug aufzuspringen“, berichtete Buk-Geschäftsführer Dennis Schneider. Neu dabei beim Gastgeberverzeichnis 2020 ist Grenzach-Wyhlen.

Dass Handlungsbedarf besteht, sei auch wieder bei der Tourismusmesse CMT in Stuttgart deutlich geworden: „Es ist traurig: Aber niemand kennt den Begriff Markgräflerland.“

Deutlich Stellung nahm Dirk Monath vom Beratungsbüro Futour Südwest bei der Vorstellung des neuen Tourismuskonzepts auch zu den Plänen für ein Thermenhotel und einen Golfhotelneubau in Bamlach. „Auch wenn beide Hotels kommen sollten, sehe ich keine Gefahr für die bestehenden Betriebe“, so Monath. Vielmehr würde ein besseres Angebot auch auf die bestehenden Unterkünfte positiv ausstrahlen und bedeute eher ein Plus in der Werbung, führte der Berater aus.

Zudem könnten die Betriebe die Zeit bis zu einem tatsächlichen Hotelneubau nutzen, „um konsequent Themen umzusetzen“. Dabei machte Monath auch deutlich, dass bei den funktionierenden Hotels im Ort schon heute das Angebot „zeitgemäß und gut“ sei.

Im Tourismuskonzept wurde „der Golfurlauber“ als eine von vier Zielgruppen definiert – neben dem Garten- und Kräuterinteressierten, dem Kultur- und Genussliebenden und dem Gesundheits- und Wellnessurlauber.

Zur Zielgruppe „Golfer“ heißt es im Tourismuskonzept: „Bei den ausgabefreudigen Golfern spielt die Qualität der Angebote eine übergeordnete Rolle. Unterkünfte und Gastronomie sollten hochwertig und komfortabel sein, der Preis spielt dabei keine Rolle.“

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