Bad Bellingen Ausgebremst, aber nicht entmutigt

Im Jahr 2018 ging es für eine Gruppe des Frauenvereins Bad Bellingen noch nach Berlin zum Bundestagsabgeordneten Christoph Hoffmann. Derzeit stehen Treffen oder gar Ausflüge aber nicht zur Debatte.Foto: Bundesregierung/Atelier Schneider Foto: Weiler Zeitung

Die Adventszeit wäre eigentlich auch beim Frauenverein Bad Bellingen geprägt von geselligem Miteinander. In diesem Jahr ist aber coronabedingt alles anders, wie die Vorsitzende Heike Schittenhelm im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. Entmutigen lassen sich die Mitglieder aber nicht.

Von Adrian Steineck

Bad Bellingen. „Sobald es wieder geht, legen wir los“, macht Schittenhelm deutlich. Denn das Miteinander fehlt, das zeigen die Rückmeldungen der Mitglieder.

Im Februar fand noch ein regulärer Stammtisch des Vereins statt. In den Sommermonaten traf man sich dann jeweils im Freien. Ab Oktober aber fand auch das nicht mehr statt. „Unsere Mitglieder sind alle etwas älter“, sagt Schittenhelm, die selbst 60 Jahre alt ist und damit laut eigener Aussage zu den Jungen im Verein gehört. Neuzugänge hätten auch schon vor der Corona-Pandemie kaum gefunden werden können.

Keine neuen Mitglieder

Den Grund hierfür sieht die Vorsitzende auch im gesellschaftlichen Wandel begründet. „Junge Frauen sind heutzutage in den meisten Fällen berufstätig, und wenn sie dann noch eine Familie haben, ist das Zeitbudget für eine Mitgliedschaft im Verein begrenzt“, sagt sie. Vor einigen Jahren gehörten dem Bad Bellinger Frauenverein gut 100 Mitglieder an, derzeit sind es noch 80.

Auflösung wurde diskutiert

Vor einigen Jahren stand bereits die Auflösung des Vereins zur Debatte. Als die langjährige Vorsitzende Ruth Merkhofer ihr Amt niederlegte, konnte zunächst keine Nachfolgerin gefunden werden. „Es gab damals bei einigen Mitgliedern die Einstellung, dass wir den Verein doch auch auflösen und uns dennoch weiterhin treffen könnten“, erinnert sich Schittenhelm.

Um den Verein zu erhalten, übernahm Heike Schittenhelm als damalige zweite Vorsitzende schließlich das Amt von Merkhofer. „Es wäre schade gewesen, den Verein aufzulösen, denn letzten Endes geht es um die Menschen“, sagt sie. Gerade die Seniorinnen im Verein seien mitunter nicht mehr so mobil, da würden die regelmäßigen Stammtische und Treffen eine gute Gelegenheit darstellen, um sich wieder zu treffen und füreinander da zu sein.

Das Miteinander fehlt

Dass derzeit aufgrund der Corona-Pandemie das Vereinsleben wie auch das soziale Leben allgemein wieder eingeschränkt sind, habe auf viele Mitglieder auch psychische Auswirkungen. „Es fehlt“, bringt Schittenhelm es auf den Punkt. So gebe es immer wieder Anfragen bei ihr, ob der regelmäßige Stammtisch nicht wenigstens für acht oder zehn Mitglieder organisiert werden könnte. Das steht derzeit aber nicht zur Diskussion, sagt Schittenhelm. „Wir wollen kein unnötiges Risiko eingehen.“

Sammelaktion fällt aus

Auch die jährliche Sammelaktion, bei der die Bad Bellinger Frauen Plätzchen und Kuchen auf dem Weihnachtsmarkt anbieten und den Erlös dann sozialen Einrichtungen spenden, fällt zwangsläufig aus. In der Vergangenheit wurden so etwa das Hospiz am Buck in Lörrach oder ein Verband, der Klinikclowns in Therapie und Pflege einsetzt, unterstützt. „Den Einrichtungen fehlt dieses Geld dann auch“, sagt Schittenhelm.

Der Frauenverein selbst kommt finanziell bisher gut durch die Krise. „Im Gegensatz etwa zu einem Musikverein haben wir kaum Ausgaben“, sagt die Vorsitzende.

An die Ausflüge, die der Frauenverein in der Vergangenheit unternommen hat, denkt sie gerne zurück. Im Jahr 2018 ging es etwa nach Berlin, wo der Bundestagsabgeordnete Christoph Hoffmann, früherer Bürgermeister von Bad Bellingen, eine Gruppe aus seiner Heimatstadt gemeinsam mit zwei ehrenamtlich engagierten Gruppen aus Eimeldingen empfangen hat.

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