Bad Bellingen Automobile aus sieben Jahrzehnten

Jutta Schütz

Mehr als 50 Oldtimer der Baujahre 1923 bis 1988 fuhren am Wochenende bei den dritten Bad Bellinger Oldtimertagen im Kurpark vor. Die große Hitze von bis zu 39 Grad schmälerte dabei zwar nicht das Vergnügen der Teilnehmer, bescherte aber weniger Publikum als in den Jahren zuvor.

Von Jutta Schütz

Bad Bellingen. Schirmherr der Veranstaltung war Bürgermeister Carsten Vogelpohl. Bei der Begrüßung vor Ort waren zudem der Geschäftsführer der Balinea-Therme, Dennis Schneider, sowie Marcus Ciesiolka vom Café im Park zugegen.

Das Organisationsteam der Badischen Oldtimerfreunde musste wegen der Hitzewelle die für die Teilnehmer geplanten Ausfahrten zum Kaiserstuhl und ins Markgräflerland umplanen. „Wir haben alle größeren Steigungen herausgenommen, so dass hoffentlich kein Auto heiß läuft“, berichtete Rainer Rhode, einer der Fachleute, die die einfahrenden Autos am Kurpavillon dem Publikum vorstellten. Trotz der Vorsichtsmaßnahme hatten einige Fahrer Mühe, ihre Fahrzeuge am Laufen zu halten, ohne dass im ersten Gang beim Vorfahren auf die vorbereiteten Parkflächen im Kurpark der Motor abstarb. Gelegentlich brauchte es dann doch einen „ökologisch korrekten Antrieb“ per klassisch muskelbepackten Helferanschub, wie Zuschauer witzelten.

Die ersten Fahrermaßnahmen im Park waren denn auch: Motorhaube öffnen zum Abkühlen und eine Matte unterlegen, um die Grasflächen zu schonen: Denn alte Autos ölen immer, wie Rhode zuvor mitgeteilt hatte. Er hatte seinen Ford A Town Sedan von 1930 als Ausstellungsobjekt vorgefahren. „Den habe ich in der Schweiz gekauft, bei einem Sammler, der sonst nur Rolls-Royce- Fahrzeuge hatte und dessen Frau meinte, dass der schnöde Ford nicht zur Sammlung passt “, erzählte er den Oldtimerfans im Kurpark über das Mikrofon. Bekannt gegeben wurde auch, dass sich die Bellinger Oldtimer-Tage bis Andalusien herumgesprochen hatten – „leider konnte der spanische Oldtimerbesitzer, der eigentlich mitmachen wollte, dann aber doch nicht kommen“, bedauerte Rhode. Die Fahrzeuge kamen aus Radolfzell, aus Michelbach, Waldshut-Tiengen, dem Schwarzwald, aus Frankreich, dem Markgräflerland, Freiburg und der Schweiz.

Auch Raritäten am Start

Wirklich seltene und teure Oldtimer wurden vorwiegend von älteren Classic-Car-Fans gefahren. Darunter waren das älteste Auto im Tross, ein Citroën B 2 von 1923, ein british-racing-green farbener Morgan Three Wheelers mit Zweizylinder V-Motor von 1935 als origineller Hingucker, ein weißer Rolls Royce von 1949, dazu amerikanische Schlitten aus den sechziger und siebziger Jahren, ein Chrysler Saratoga, ein Chrysler Cordoba, der Cadillac Seville aus dem Jahr 1985 von Wolfgang Mäusel aus Bad Bellingen, ein roter Jaguar XJ-S V12, gesteuert von Dieter Greiner aus Kandern, ein futuristisch-luxuriöser Citroën DSI Cabriolet von 1967 sowie elegante Porsche und Mercedes-Fahrzeuge. Traumwagen waren sicherlich auch zwei „6erBMWs“, ein 633 CSI Coupé in Weinrot und ein zinnoberroter 635 CSI. Zwischendrin mischte auf dem einzigen teilnehmenden Zweirad Eberhard Nägelin aus Lörrach auf seiner 1953er Vespa das Feld auf.

Schön bei dieser Oldtimer-Veranstaltung war, dass die Oldtimerfreunde darauf geachtet hatten, auch ehemalige Brot-und-Butter-Autos und Lieblingswagen aus den sechziger, siebziger und achtziger Jahren zu zeigen. So ratterte ein Goggomobil vorbei, ein Fiat Abarth von 1966 lärmte genauso wie die bis vor kurzem noch produzierten Nachbauten. Vielen vom Design her noch bekannt, waren der Ford Taunus 12pm P4 von Margit Aenis aus Hertingen, ein Opel Rekord aus den fünfziger Jahren und natürlich die VW-Käferchen, darunter sogar ein Brezelkäfer, alle immer noch alltagstauglich und mit unverwechselbarem Sound vorfahrend.

Campingfreunde freuten sich über den froschgrünen T3 Westfalia VW-Bus von Dieter Maracke aus Freiburg. Maracke hatte übrigens gleich die Schiebetür als natürliche Klimaanlage geöffnet gelassen.

Für herzliches Gelächter und liebevolle Blicke sorgte die winzige BMW Isetta mit Schlafanhänger von 1960, bei der Markus Dreher aus Lörrach hinterm Steuer saß.

Und dann war da noch der VW Scirocco GTX, Baujahr 1986, von Michael Escher aus Bad Bellingen, den noch heute viele 80er-Jahre-Fans liebend gerne einmal fahren würden.

Viele Fahrzeugbesitzer hatten sich auch kleidungsmäßig dem Jahrgang ihrer Autos angepasst – mit Petticoats und Grace-Kelly-Hut, schickem Zwanziger-Jahre-Kleid bis hin zum stilechten ZZ-Top-Bart von Chrysler-Driver Peter Waldmann aus Niederbuchsiten.

Gestern konnte das Publikum beim Picknick im Park die drei schönsten Oldtimer wählen.

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