Bad Bellingen Bewerbung als große Chance

Im Rahmen der „Kleinen Gartenschau“ könnte der Kurpark nach und nach umgestaltet werden. Foto: Claudia Bötsch Foto: Weiler Zeitung

Der Bad Bellinger Gemeinderat hat eine Machbarkeitsstudie zur Ausrichtung einer „kleinen Gartenschau“ im Bewerbungszeitraum 2031 bis 2036 in Auftrag gegeben. Der entsprechende Beschluss fiel einstimmig.

Von Jutta Schütz

Bad Bellingen. Die Gemeinde verspricht sich von der Teilnahme am Wettbewerb nicht nur positive Effekte auf den Tourismus. Auch soll die Studie Hinweise für die Verbesserung des Ortsbilds und das Zusammenwachsen bisher getrennter Strukturen liefern. Für die Machbarkeitsstudie, die vom Büro „faktor grün“ durchgeführt wird, sind 36 500 Euro eingeplant.

Ausgeschrieben wurde die nun laufende Bewerbungsrunde vom Ministerium für den ländlichen Raum (MLR). Die Bewerbung für den Zeitraum 2031 bis 2036 muss noch vor Ende Dezember erfolgen, vorher hat der Rat noch die definitive Teilnahme zu beschließen, wie Bürgermeister Carsten Vogelpohl und Martin Schedlbauer von „faktor grün“ erläuterten.

Den Hinweis darauf, dass es nicht nur die großen Gartenschauen gibt, die Bundes- oder Landesgartenschauen, hatte Gerhard Hugenschmidt aus Bamlach gegeben. Er ist Vorsitzender des Gartenbauverbands Baden-Württemberg-Hessen und vertritt den Verband in „BWgrün“, der Fördergesellschaft für Gartenschauen.

Den Kurpark nach und nach umgestalten

Schedlbauer schilderte die Vorteile, die eine Bewerbung für den Kurort darstellt. Es gebe die Möglichkeit, den Kurpark nach und nach zeitgemäß umzugestalten – hier bestehe ohnehin Sanierungsbedarf, machte er deutlich.

Außerdem ließen sich weitere Flächen, wie der wilde Kurparkteil bis hin zur Bamlacher Bucht, einbeziehen. „Im wilden Teil muss man vor allem den Klimawandel und damit die Bepflanzung mit hitzeresistenten Bäumen im Auge haben. Die Erhöhung der biologischen Vielfalt steht in der Ausschreibungsrunde im Mittelpunkt“, erläuterte Schedl­bauer.

Das Kurgebiet selbst und die Wegeverbindungen ins Ortszentrum könnten neu geordnet und ausgebaut werden. Außer der Schlosstreppe und dem Aufzug sowie einem weiteren fußläufigen Zugang von der südlichen Rheinstraße her gibt es bisher keine weiteren Verbindungen, führte er aus.

Ein natürliches Hindernis stellt indes die Hangkante der Riesi dar, die einstmals das Rheinsteilufer war. „Zudem sind die Ortsteile besser anzubinden“, sagte der Planer.

Dass Bad Bellingen mit der IBA und der Rheinliebe schon Projekte betreibt, die in die Richtung der Ausschreibungsvorgaben zielen, könnte gut ankommen, machte Schedlbauer Mut. Der Ingenieur erläuterte weiter den Umfang der Machbarkeitsstudie.

Es fließen zum Beispiel die Definition der städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ziele, die Eckpunkte der Ausstellung, die Bewertung der Maßnahmen im Hinblick auf den Klimaschutz und die Biodiversität, die Erstellung eines Ortsplans und die Gesamtanlage eines Freiflächenkonzepts mit ein.

Gartenschau kostet vier bis fünf Millionen Euro

Die Dauer der kleinen Gartenschau betrage drei bis sechs Monate. Die zu erwartenden Kosten liegen bei vier bis fünf Millionen Euro, wobei es im Fall der Teilnahmezusage seitens des Ministeriums Fördergelder gibt, die zwischen 800 000 Euro und 1,5 Millionen liegen könnten. Der andere Teil der Investitionen decke sich erfahrungsgemäß weitgehend durch Werbung, Sponsoren und Eintrittsgelder.

Die Chancen, dass Bad Bellingen zum Zug kommt, sind laut Planer nicht schlecht. Abgesehen von der geplanten Landesgartenschau in Neuenburg im Jahr 2022 ist auf Jahre hier im Südwesten nichts Ähnliches geplant“, sagte er.

Stimmen aus dem Ratsrund

Grundsätzlich sahen alle Gemeinderäte die Bewerbung für die Ausrichtung einer „kleinen Gartenschau“ und die zu erwartenden Effekte positiv. André Kammüller (FW), Wolfgang Müller (FW), Emil Schilling (CDU), Niclas Heitz (CDU) und Andreas Hubrich (CDU) mahnten in übereinstimmenden Wortmeldungen an, sich aber näher mit den genauen Kosten für die Gemeinde zu beschäftigen.

Karl Schlager (FW) stellte fest, „dass ein landschaftliches Konzept für den Kurort eigentlich schon lange nötig ist“. Dorothea Dosenbach (CDU) erinnerte daran, dass bereits „viel Geld für ein Tourismuskonzept ausgegeben wurde“. Wolfgang Müller freute sich darüber, dass eine Machbarkeitsstudie für eine Gartenschau zumindest auch dazu führe, „dass nicht mehr alles zugebaut wird“.

Rechnungsamtsleiter Frank Spiegelhalter erklärte, dass die Gemeinde im Fall einer Zusage jedes Jahr 100 000 Euro für diesen Zweck zurücklegen würde, um ihren Eigenanteil zu decken.

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