Bad Bellingen Buntes Kaleidoskop an Melodien

„Was uns bewegt“ – unter diesem Motto spielte der Musikverein im nahezu vollbesetzten Kursaal auf. Foto: Christiane Breuer

Bad Bellingen - „Was uns bewegt“ – unter diesem Motto spielte der Musikverein Bad Bellingen am Samstagabend im nahezu vollbesetzten Kursaal auf. Es war eine schwungvolle und mitreißende Reise durch die Welt der Musik – angefangen von der Ouvertüre zu Nabucco von Verdi bis hin zum krönenden Abschluss mit „Berliner Luft“ von Paul Lincke.

Zunächst sorgte das Jugendorchester unter der Leitung von Andreas Kramer mit dem afrikanischen Tanz „Siyahambra“ für einen flotten Auftakt. „Ich bin schrecklich aufgeregt“, gestand eine der elf blutjungen Musikerinnen und Musiker vor dem Konzert. Doch das Jugendorchester erlaubte dem Publikum mit dem Stück aus „Fluch der Karibik“ einen Einblick in die gute Ausbildung des Vereins. Mit dem fröhlichen „Funky Town“ beendeten sie ihren Auftritt und wurden mit anhaltendem Applaus belohnt.

Ein Musikverein, der auch singt

Mit der Ein-Minuten-„Fanfare Exuberante“ von Satoshi Yagisawa gelang dem „großen“ Orchester unter der Leitung von Dirk Amrein ein kraftvoller Auftakt. Es folgte die Ouvertüre zu „Nabucco“ von Giuseppe Verdi, arrangiert von Franco Cesarini. 1842 schrieb der italienische Komponist diese Oper über die ewige Sehnsucht nach Freiheit und Grenzenlosigkeit. Dabei ließ sich Verdi vom Alten Testament inspirieren. Das Orchester spielte das anspruchsvolle Stück mit Hingabe und großem Ernst.

Die drei Moderatorinnen Vanessa, Laura und Carina zur Auswahl des Stücks: „Wir wollen Ihnen zeigen, was uns so bewegt. Wir sind ein sehr geselliger Verein und so gerne wir auch Musik für Sie machen, so sehr freuen wir uns auch auf den Teil danach.“ Und da lege man auch gerne mal die Instrumente zur Seite und stimme ein paar Lieder an – zum Beispiel den Gefangenenchor aus Nabucco.

Mit „Windjammer“ von Robert Buckley folgte das Kontrastprogramm. Der Viermaster „Nova Spirit“ segelte entlang der waldreichen Inseln an der Westküste Kanadas. Meisterhaft interpretieren die drei Solo-Trompeter Florian Heitz, Michael Birwirt und Maximilian Epking das Echo und die melodiöse Natur der Inseln im Dialog mit dem Orchester. Spielerisch wird die Melodie von den Querflöten aufgenommen, durch alle Register geführt und endet wieder bei den drei Solisten.

Die anrührenden „Melodien aus Exodus“ griffen wieder das Thema Freiheit vom Konzertbeginn auf. Immer wieder tauchte die bewegende Hauptmelodie zu dem Lied „Dies Land ist mein“ strahlend aus der Tiefe des Orchesters auf.

Ein Marsch durfte nicht fehlen

Und weil ein anständiges Blasorchester auch Märsche im Repertoire hat, folgte „On the march“ von Toshiharu Kataoka. Nach der Pause, bewirtet durch die Eltern des Jugendorchesters, folgte mit dem fetzigen „Americano Mambo“ aus den 50er Jahren eine Überraschung: Das Tanzpaar Christine Jehle und Gerd Haug legte eine heiße Sohle aufs Parkett.

Ein weitere Höhepunkt des Konzerts gelang dem Musikverein Bad Bellingen mit „Queen Greatest Hits“. Man hörte das Publikum im Saal mitwippen und mitsummen bei „Bohemian Rhapsody“ und „We are the champions“, bevor es dem Orchester dankte mit langanhaltendem, stehenden Applaus.

Mit dem rhythmisch schwierigen Thema aus „Ghostbusters“ war das Orchester in seinem Element. Die 80er-Kult-Tour überzeugte gut gelaunt mit „Skandal um Rosie“, „Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein“ bis „Tausendmal berührt“.

Dank gilt dem Dirigenten

Ein Blasorchester ohne Polka? Das geht nicht, entschied der Dirigent und setzte „Wir Musikanten“ ins Programm.

Den fulminanten Schlusspunkt des Jahreskonzerts setzte die „Berliner Luft“ von Paul Lincke. Vorsitzender Christoph Doerr dankte Dirigent Dirk Amrein, der „mit stoischer Gelassenheit und sturem Durchhaltevermögen“ dem Orchester dieses bunte Kaleidoskop von Melodien beigebracht hatte.

Über die Ehrungen werden wir noch berichten.

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