Bad Bellingen Die Camper sind wieder zurück

Auf seine Gäste und über einen „ausgebuchten“ Platz in den Pfingstferien freut sich Michael Böttle, Betreiber des Campingplatzes „Lug ins Land“ im Bad Bellinger Ortsteil Bamlach. Ausgebucht bedeutet in diesem Fall jedoch nicht voll, von den 220 Touristenplätzen sind nur die 180 parzellierten Plätze belegt und auch die 150 Dauercamper seien noch nicht alle wieder da.

Von Alexander Anlicker

Bad Bellingen-Bamlach. ‘Wir wollen nicht, dass die Leute zu eng aufeinander sitzen“, sagt Böttle und verweist auch darauf, dass ab dem Wochenende auch die Sanitäranlagen wieder geöffnet werden dürfen. Dort, wo es keine Einzelkabinen gibt, ist jedes zweite Waschbecken gesperrt, um den vorgegebenen Mindestabstand von 1,50 Metern auch einhalten zu können. Gleiches gilt auch für die Urinale in den Herren-Toiletten. Darüber hinaus wird an allen Eingängen auch Desinfektionsmittel für die Händedesinfektion bereitgestellt.

Böttle ist es wichtig, die Hygienevorgaben auch einzuhalten, gerade auch weil der Bamlacher Platz ein Fünf-Sterne-Campingplatz ist. Zudem wäre es schlimm, wenn die Campingplätze wieder schließen müssten. Das ist auch mit Aufwand verbunden, nicht nur dass Türgriffe mehrmals täglich desinfiziert werden. Neben dem normalen Putzen findet täglich eine zusätzliche Grundreinigung statt.

Schwierig sei es, an Informationen heranzukommen, sagt Böttle. Einiges bekomme er über die Mitgliedschaft im Hotel- und Gaststättenverband mit, aber vieles müsse er sich mühsam im Internet zusammensuchen, erzählt er. Als Beispiel nennt er die Hygiene- und Abstandsregeln für den Spielplatz, wo er sich an den Vorgaben der Gemeinde für die öffentlichen Spielplätze orientiert.

Geöffnet hat der Platz bereits seit dem 18. Mai, allerdings nur für autarke Camper mit eigener Dusche und WC. Etwa 30 Einheiten hat er gezählt. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen, hätte man auch zulassen können, ergänzt er. Allerdings seien vor allem die Stammgäste froh, wieder hier zu sein.

Darunter seien auch einige Gäste aus der Schweiz, denn Dauercamper, die ihren Wohnwagen auf dem Campingplatz stehen und einen entsprechenden Vertrag, dürfen die Grenze schon wieder passieren.

Er sei gut über durch den „Lockdown“ gekommen, sagt Böttle. Die rund 12 000 Euro Corona-Soforthilfe seien allerdings schnell aufgebraucht gewesen. Die Mitarbeiter habe er zunächst in Kurzarbeit geschickt, dann aber schnell wieder zurückgeholt, um durchzustarten und den Campingplatz zu verschönern. So gibt es neue Mobilhomes und die für 2021 geplante Sanierung des Spielplatzes wurde vorgezogen. Rund 80 Tonnen Quarzsand sorgen vor dem großen hölzernen Schiff auf dem Spielplatz ebenso für Karibik-Feeling wie die 20 Tonnen Sand, die beim Bistro verteilt wurden.

Er habe in den vergangenen Monaten von den Rücklagen gelebt und die Investitionen mit seiner Rente finanziert, erklärt Böttle. „Man sieht, dass es weiter geht. Dieses Jahr ist es mal ein bisschen schlecht, nächstes Jahr wird besser“, ist der Campingplatzbetreiber optimistisch. Dies auch, weil Campingurlaub, nicht erst seit Corona, wieder verstärkt angesagt ist.

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