Bad Bellingen Er hinterlässt eine große Lücke

Beim Festakt zum 109. Hebelschoppen gab Hebelvogt Karl Mannhardt (Mitte) bekannt, dass er sein Amt altershalber niederlegt. Umrahmt wird er von (v.l:) Referent Axel Hüttner, Bürgermeister Carsten Vogelpohl, Hebelfreundin Christa Heimann und Pfarrer Ulrich Henze. Foto: Bianca Flier Foto: Weiler Zeitung

Seit 2004 hat Karl Mannhardt das Amt des Hebelvogts ausgeübt. Bei der 109. Auflage des Hebelschoppens am Sonntag verkündete der 89-jährige Spiritus Rector der Hebelfreunde nun seinen Rücktritt – natürlich auf Alemannisch.

Von Bianca Flier

Bad Bellingen-Hertingen. Der Schliengener gibt sein Amt aus Altersgründen ab. Seine Nachfolge treten Christa Heimann und Jürgen Wolff an.

Kultureller Bestandteil der Gegend

In seiner Abschiedsrede betonte Mannhardt, der Hebelschoppen sei ein „kultureller Bestandteil der Gegend“. Allen, die ihn auf seinem Weg während der letzten 15 Jahre begleitet und unterstützt hatten, sprach er ein herzliches Dankeschön aus.

Ein besonderer Dank, so Mannhardt, gehe an Jürgen Wolff, der ihm stets organisatorisch unter die Arme gegriffen habe und ein wahrer „Frontchämpfer“ in Sachen Hebelschoppen sei. Ein weiterer Dank gelte der evangelischen Kirchengemeinde für die Überlassung der Kirche für den Festakt sowie der Chorgemeinschaft Bad Bellingen und ihrem Leiter Günter Mayer für die musikalischen Umrahmungen.

Nicht zuletzt danke er allen treuen Besuchern des Hebelschoppens, auch den Markgräfler Trachtengruppen, die fest dazugehörten.

Im Jahr 2004 vor dem Untergang gerettet

Bürgermeister a. D. Eberhard Stotz dankte dem scheidenden Hebelvogt in einer bewegenden Laudatio. Er erinnerte daran, dass es Mannhardts engagierte Initiative gewesen sei, die den Hebelschoppen 2004 vor dem Untergang gerettet habe. Dabei zitierte er Worte aus Hebels Gedicht „Der Kreuzweg“, mit dem Mannhardt seinerzeit die Gemüter aufgerüttelt habe. Der Hebelschoppen habe damals wirklich an einem Kreuzweg gestanden. Besonders die Suche nach Festrednern – die nicht immer leicht gewesen sei – wäre Mannhardt sehr wichtig gewesen. Stets sei er bestrebt gewesen, das Gedenken an Hebel, seine Werke und die Pflege der alemannischen Mundart lebendig zu erhalten. Mannhardt dürfe auf 16 erfolgreich durchgeführte Hebelschoppen zurückblicken. Als Dank überreichte Stotz gemeinsam mit Hebelfreundin Christa Heimann ein Blumenpräsent.

Hebelfreund Reinhard Geu­gelin sprach zu Ehren von Mannhardt ein selbstverfasstes Gedicht auf den langjährigen Hebelvogt.

Für die Nachfolge ist gesorgt

Bürgermeister Carsten Vogelpohl überreichte Mannhardt als Zeichen des Danks der Gemeinde Bad Bellingen einen prachtvollen Geschenkkorb und ein Buchpräsent. Mannhardt hinterlasse eine große Lücke, doch mit Christa Heimann und Jürgen Wolff sei dafür gesorgt, dass es mit dem Hebelschoppen weitergehe. Die Gemeinde würde den Hebelschoppen auf jeden Fall weiterhin unterstützen.

In seinem Schlusswort dankte Karl Mannhardt, sichtlich gerührt, den Lobrednern und den Wegbegleitern. Er sehe im Publikum auch viele junge Gesichter. Das sei ein hoffnungsvolles Zeichen, dass das Andenken an Hebel den Menschen im Gedächtnis bleibe und die alemannische Mundart auch in Zukunft gepflegt werde. Über den Festakt und den Vortrag von Pfarrer i. R. Axel Hüttner zum Thema „Johann Peter Hebel und die Fremden“ berichten wir noch.

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