Bad Bellingen Erneuter Anlauf für Millionenprojekt

Der Golfplatz-Betreiber Heinz Wolters und seine Tochter Michelle, die wie Sohn Stephan ins Unternehmen eingestiegen ist, streben die Verwirklichung der geplanten Golfhotelanlage an. Foto: Claudia Bötsch Foto: Weiler Zeitung

Seit Jahren verfolgt Heinz Wolters seine Pläne für ein Golfhotel in Bamlach – ohne Erfolg. Mehrfach wurde das Vorhaben vom Gemeinderat abgelehnt. Jetzt bekommt der Betreiber des „Drei Thermen Golfresorts“ aber eine neue Chance: In einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderats wird das 28-Millionen-Euro-Projekt erneut Thema sein, wie das Rathaus auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte.

Von Claudia Bötsch

Bad Bellingen-Bamlach. Behandelt wird der laut Wolters sechste Antrag zur Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans. Eingereicht hatte er ihn bereits im Januar 2018 – zum Amtsantritt von Bürgermeister Carsten Vogelpohl.

„Es geht um Gerechtigkeit“, so Wolters im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Realisierung des Golf- und Wellness-Hotels sieht er als sein „Lebenswerk“, für das er nun bereits seit vielen Jahren kämpfe. Es bilde das „Herzstück“ der gesamten Golfresort-Planung.

„Stimmung hat sich verändert“

Unterstützt wird er dabei von Tochter Michelle und Sohn Stephan, die inzwischen beide in das Unternehmen des Vaters eingestiegen sind. Gemeinsam mit der „neuen Generation“ stellte er das Projekt am 9. Dezember in nichtöffentlicher Sitzung erneut dem Gemeinderat vor. Den Vortrag übernahm die 25-jährige Tochter, die gerade ihren Master in International Business Management in Cambridge/England absolviert hat.

Die Wortmeldungen aus dem Ratsrund seien positiv gewesen, berichten Vater und Tochter gegenüber unserer Zeitung. Die Stimmung habe sich verändert nach den Bürgermeister- und Kommunalwahlen, lautet ihre Einschätzung. Nach all den Jahren seien sie zuversichtlich, dass sie diesmal „grünes Licht“ für ihr Hotelprojekt erhalten.

Sohn und Tochter ins Unternehmen eingestiegen

Wolters will sich künftig „deutlich aus dem Betrieb zurückziehen: Die Kinder sollen jetzt ran“, macht er deutlich. Allerdings will er sie weiter unterstützen, „damit sie gut reinwachsen können“. Tochter Michelle ist im Managementbereich des Unternehmens tätig, Sohn Stephan zeichnet für die Platzpflege verantwortlich.

Die zwischenzeitlich angedrohte Klage gegen die Gemeinde auf Schadenersatz (wir berichteten) hat Wolters übrigens nicht eingereicht. „Das würde Jahre dauern. Aber ich erwarte, dass Verwaltung und Gemeinderat endlich Wort halten und Gerechtigkeit stattfindet.“

Wolters: Bebauungsplan wurde mir zugesagt

Sein Vorwurf lautet: Im Jahr 2004 habe er die im Flächennutzungsplan ausgewiesene Sonderfläche „Golfhotel B 15“ von der Gemeinde und zwei Bürgern eben für diesen Zweck gekauft. Der Verkauf der Grundstücke sei zum Bauland-Preis erfolgt.

Für das 16 000 Quadratmeter große Grundstück hat er nach eigenen Angaben rund eine halbe Million Euro bezahlt. Damals habe man ihm für die Fläche einen Bebauungsplan für ein Golfhotel zugesagt. Zudem konnte er auf die Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Kurpjuweit und des Gemeinderats bauen, wie er betont. Dies habe sich mit dem Amtsantritt von Christoph Hoffmann im Jahr 2007 komplett gedreht, der mittlerweile in Berlin im Bundestag sitzt.

Aufgeben komme für ihn indes nicht in Frage, betont Wolters. „Ich brauche dieses Hotel, um den Betrieb und das Golfresort für die Zukunft wirtschaftlich abzusichern.“ Gleichzeitig verweist er auf die Vorteile für die Gemeinde: „Neue Touristen kommen nur über Golf.“

25 000 Übernachtungen pro Jahr

Bei der Vier-Sterne-Premium-Anlage rechnet er mit mindestens 25 000 Übernachtungen pro Jahr. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen könne die Gemeinde mit rund 400 000 Euro an Steuern rechnen. Das Projekt habe „Riesenpotenzial“ durch die Lage direkt am Golfplatz, die vier Plätze in Bamlach und Hombourg sowie die Infrastruktur mit der nahen Autobahn: „Ich habe hier den besten Standort in Deutschland.“ Das Golfhotel sei auch für die Außenwahrnehmung des Kurorts von Bedeutung.

Millionen-Projekt wurde mehrfach abgelehnt

Wolters will die Vier-Sterne-Plus-Anlage mit 126 Betten, ein Golf- und Wellness-Hotel, schräg gegenüber dem Bamlacher Clubhaus bauen. Geplant seien 3000 Quadratmeter Wellness-Fläche, die auch den rund 1800 Clubmitgliedern zur Verfügung stehen sollen.

Die Räte hatten dem Vorhaben in den vergangenen Jahren aus mehreren Gründen Absagen erteilt. Neben der Lage des Grundstücks im Grünzug hatte das Gremium auch das Finanzierungsmodell des 28-Millionen-Euro-Projekts moniert: So sollen die Apartments alle verkauft und dann über eine Poolvermietung an den Gast gebracht werden. Zudem hatten Bürger vermehrten Verkehr auf Bamlachs Straßen befürchtet. Sie werteten das Vorhaben damals als nicht verträglich mit dem Ort, da der Eingriff in die Natur zu groß sei.

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