Bad Bellingen Flachdächer bereiten Sorgen

Neben dem alten „Marienheim“ (rechts) entstehen die neuen Gebäude des St. Josephshauses, nun mit Flach- anstelle der eigentlich vorgesehenen Satteldächer. Foto: Jutta Schütz Foto: Weiler Zeitung

Bad Bellingen (jut). In Bamlach werden bereits die neuen Gebäude des St. Josephshauses, bekannt als „Marienheim“, gebaut. Im Bauausschuss waren nun Änderungen zu den ursprünglichen Ausführungen der neuen Häuser ein Thema. Das gemeindliche Einvernehmen wurde erteilt. Trotzdem gab es Kritik an den Vorlagen. Denn: Es fehlten die Daten des Bebauungsplans und die neuen Bauansichten von Gebäude eins, also des größten neuen Hauses, und die der Häuser zwei bis fünf, die ebenfalls verändert werden.

Platz für bis zu 88 Bewohner

Menschen mit Behinderungen, Senioren, Familien mit behinderten Familienmitgliedern und Interessenten, die sich ein inklusives Wohnen mit Behinderten vorstellen können, sollen in die neuen Gebäude einziehen. Platz soll für bis zu 88 Menschen sein.

Für alle Häuser sind jetzt Flachdächer beantragt – anstatt der ursprünglich vorgesehenen Satteldächer. Das führte zu Unmut nicht nur bei Wolfgang Müller (FW): Er kritisierte die unvollständigen Baupläne und die Überschreitungen der Baufenster. Zudem fragte er, warum nicht die Satteldächer realisiert werden.

Eine Jury hatte ursprünglich die Variante mit den Satteldächern ausgewählt, weil gerade diese sich „bewusst an die Topografie und bestehende Bebauungsstruktur des Umlands anpasst“, wie es in den ursprünglichen Unterlagen zur Begründung hieß. Im Bereich von Bamlach, wo die neuen Häuser des St. Josephshauses entstehen, gibt es sonst nur Satteldächer. Die Flachdachstruktur des bisherigen alten Marienheims war zudem oft kritisiert worden.

„Fabriklandschaft“ befürchtet

„Der dörfliche Charakter verliert durch die Flachdächer, das sieht dann aus wie eine Fabriklandschaft“, ärgerte sich Müller, der zudem die Frage in den Raum warf, warum man als Mitglied des Bauausschusses berate und über Pläne beschließe, wenn dann doch der Beschluss wieder verändert werde. Das sei bereits mehrfach geschehen, merkte er an und stellte frustriert fest: „Eigentlich sind wir überflüssig, wenn das, was wir beschließen, dann im Nachgang einfach geändert wird und die Bauarbeiten schon anfangen, bevor wir das Einvernehmen erteilt haben“, fand Müller klare Worte.

Müller machte auch darauf aufmerksam, dass die in den ursprünglichen Plänen vorhandenen Zisternen nicht eingezeichnet seien. Diese Forderung sei wegen der Starkregenereignisse in den alten Plänen berücksichtigt gewesen, meinte er.

Bauamtsleiter Bernhard Riemer erklärte, dass die Zisternenanlagen im Entwässerungsgesuch berücksichtigt sind. Hauptamtsleiter Hubert Maier erläuterte zudem, dass die Flachdächer im Fall von Starkregenereignissen mehr Wasser als die leicht geneigten Satteldächer zurückhalten.

Gegen den Beschlussvorschlag, das Einvernehmen zu erteilen, votierten schließlich Müller und Daniel Billich (FW). Fünf Mitglieder des Bauausschusses stimmten dafür.

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