Bad Bellingen Hinweisschilder in blau und weiß

Das Infoleitsystem in Bad Bellingen ist veraltet – die vielfarbigen Schilder sollen durch einheitlich blau unterlegte Schilder ersetzt werden. Foto: Jutta schütz Foto: Weiler Zeitung

Es ist in die Jahre gekommen, das Infoleitsystem in Bad Bellingen, das auf Geschäfte, Pensionen, Hotels, Gasthäuser, Sehenswürdigkeiten und mehr hinweist. Im Gemeinderat wurde mit einer Gegenstimme beschlossen, das Infoleitsystem zu erneuern. Die voraussichtlichen Kosten dafür betragen 15 517 Euro.

Von Jutta Schütz

Bad Bellingen . Die Hinweisschilder wurden 1984 und 1985 aufgebaut, up-to-date sind sie oft nicht mehr – auch wenn hier gelegentlich nachgebessert wurde. So mancher Hinweis auf Örtlichkeiten ist verblasst oder fast gar nicht mehr lesbar. Nun soll das veraltete Infoleitsystem erneuert werden, und die Gemeinde übernimmt die Kosten für die Rahmen, Stangen und die öffentlichen Text-Paneele. Die Kosten für die privaten Textpaneele sind von den privaten Nutzern zu tragen.

32 Betriebe haben Interesse an Schildern

Verwaltungsangestellte Nadine Lösle war verantwortlich für die Ausarbeitung des Vorhabens und hat auch die Kosten kalkuliert. Lösle stellte mit einem Muster die neue Beschilderungsvariante im Gemeinderat vor. Blau und weiß werden die dominierenden Farben sein. Damit sollen die Farben aufgegriffen werden, die jetzt schon auf vielen Informationstafeln im Ort zu sehen sind.

Besondere öffentliche Ziele, also Sehenswürdigkeiten wie etwa die Kirchen, andere Örtlichkeiten wie Pfarrheim oder Wassertretanlage oder das Thermalbad und auch die Teilorte erscheinen in schwarzer Schrift auf weißem Grund. Die privaten Ziele, also Übernachtungsbetriebe, Gasthäuser, der Campingplatz, Kindergärten, Hotels und Pensionen erscheinen als weißer Schriftzug auf blauem Untergrund. Über 70 Betriebe hatte Lösle angeschrieben, bisher haben 32 Betriebe und Geschäfte Interesse an Hinweisschildern bekundet.

Anspruch an austauschbare Schilder

Im Vorfeld hatte die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Bade- und Kurverwaltung (BuK) verschiedene Systeme in der Region begutachtet. Die Bad Bellinger Agentur „Signalgelb“ von Egon Weisenseel erarbeitete einen neuen Entwurf.

Der Anspruch an das neue Infoleitsystem war, dass jederzeit Ergänzungen und Löschungen möglich sind. Gefordert wurde auch, dass an bestimmten Standorten eine größere Anzahl von Hinweis-Paneelen angebracht werden kann. Dazu demonstrierte Hauptamtsleiter Hubert Maier ein Stecksystem, mit dem sich neue Schilder schnell einfügen lassen. Die Standorte der bisherigen Hinweisschilder sollen erhalten bleiben, soweit das erforderlich ist. Weitere Standorte können ergänzt werden. Es ist aber auch möglich, Standorte, die sich nicht mehr als sinnvoll erweisen, aufzugeben. Die Schilder können mit kleinen Piktogrammen, etwa ein Bett, das einen Übernachtungsbetrieb symbolisiert, ergänzt werden.

10 000 Euro im Haushalt eingestellt

Im Haushalt, so berichtete Rechnungsamtsleiter Frank Spiegelhalter, sind unter dem Punkt „Kunst im öffentlichen Raum“ 10 000 Euro eingestellt, die für die Neukonzeption des Leitsystems verwendet werden können. 5500 Euro, die zusätzlich benötigt werden, „sind dann eine außerplanmäßige Ausgabe, die man genehmigen kann. Die rüttelt nicht an den Grundfesten des Haushalts“, kommentierte er. Nadine Lösle hatte im Vorfeld für jeden Unterpunkt in Sachen Berechnung einen eigenen Kostenansatz erstellt.

Die Gemeinderäte sahen das Projekt positiv, da ein neues Infoleitsystem auch den Kurort aufwertet. Die bisherigen verschiedenen Farben der Paneele würden oft auch verwirren, hieß es. Nur Gemeinderat Niclas Heitz (CDU) sprach sich gegen ein neues Leitsystem aus, er war der Meinung, dass man das alte nicht ersetzen brauche, weil sich „räumlich schon die meisten Gäste und Touristen über Apps orientieren“, sagte er. Das sahen seine Ratskollegen anders. Sie waren der Meinung, dass als Erstorientierung ein schneller Blick auf einen „Wegweiser“ für viele immer noch hilfreicher sei, als zuerst ins Smartphone zu schauen.

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