Bad Bellingen „In Existenz bedroht“

Rund 40 Mahnfeuer loderten im Markgräflerland. Foto: zVg/ Markus Aberer Foto: Weiler Zeitung

Bad Bellingen-Bamlach. Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Brennpunkte – Für Fairness und Miteinander“ haben Landwirte und Winzer auch im Markgräflerland rund 40 Mahnfeuer entfacht – unter anderem in Bamlach. Dort kamen etwa 35 Personen zusammen, vorwiegend Winzer, teilweise mit der ganzen Familie, teilen die Veranstalter im Nachgang mit.

Markus Bächlin hatte einige Informationen zusammengetragen, um die politischen Lager darzustellen. „Der Nebenerwerbswinzer versuchte damit, eine gewisse Transparenz zu den unterschiedlichen Interessenlagen zu ermöglichen“, heißt es weiter.

Ausgehend vom geplanten Agrarpaket der Bundesregierung habe sich eine Initiative von Bauern, Obstbauern und Winzern gebildet, die mit grünen Kreuzen auf den Feldern auf ihre Situation aufmerksam machen will: „Die Bauern vermissen die Anerkennung ihrer Arbeit und fühlen sich zunehmend durch immer noch mehr Auflagen in Arbeit und Existenz bedroht.“

Auf Landesebene werden die Forderungen nach mehr Artenschutz durch ein Volksbegehren vom Aktionsbündnis „Pro Biene“ angestrengt. Demgegenüber machen Bauern mit einem Volksantrag auf ihre Bemühungen, „aber auch Grenzen des wirtschaftlich Sinnvollen aufmerksam“, so Bächlin. Zwischen diesen beiden Lagern stehe die Landesregierung mit den Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt, die mit einem Eckpunktepapier den verbesserten Artenschutz gesetzlich verankern will.

Das Eckpunktepapier sehe im derzeitigen Entwurf viele Beratungen, Untersuchungen und Schulungen vor. „Es gibt aber aus Sicht der Bauern und Winzer auch etliche kritisch zu sehende Punkte, etwa die Reduzierung der Pflanzenschutzmittelmenge um bis zu 50 Prozent oder den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft um bis zu 40 Prozent bis zum Jahr 2030. Neben erhöhtem Produktionsrisiko werde hier die fehlende Nachfrageentwicklung des Markts befürchtet.

„Die Landesministerien arbeiten unter Beteiligung der Naturschutz- und der Bauernverbände zur Zeit mit Hochdruck an der Fortschreibung des Eckpunktepapiers, um noch vor Weihnachten einen Gesetzentwurf vorliegen zu haben“, so Bächlin weiter.

Die Bauern und Winzer in Bamlach diskutierten in Gruppen. Man erwarte nun gespannt die Ergebnisse in Stuttgart und Berlin. Es gebe bereits Überlegungen, am ersten Samstag im Januar erneut ein Mahnfeuer zu entzünden. Ziel sei es, verstärkt mit Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. „Einerseits sollen bereits praktizierte Methoden, zum Beispiel des integrierten Weinbaus, dargestellt werden und auch Möglichkeiten weiterer Verbesserungen im Sinne von Naturschutz. Andererseits soll aber auch bei Verbrauchern ein Verständnis für bäuerliche Arbeit entwickelt werden, das über den reinen Preisvergleich an der Ladentheke hinausgeht“, machen die Verantwortlichen abschließend deutlich.

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