Bad Bellingen Knutschkugeln und Kübelwagen

Bad Bellingen - Regnete es am ersten Tag der Bad Bellinger Oldtimer-Tage, dem Samstag, noch kurz einmal, war am Sonntag dann bestes Show-Wetter. Nach einer Rundfahrt durch das Markgräflerland stellten Rainer Rhode und Joachim Maier den vielen Besuchern rund 60 historische Fahrzeuge bei Einfahrt in den Kurpark vor.

Bürgermeister Carsten Vogelpohl begeistert sich ebenfalls für Oldtimer. „Mein erstes Auto war ein Ford Fiesta, bergauf mussten wir mal im Hochsommer mit aufgedrehter Heizung fahren, weil der sonst gekocht hätte“, erinnerte er sich. Die Oldtimer-Tage hielt der Rathauschef für ein „Glanzlicht“ unter den Veranstaltungen im Kurpark. „In Zeiten der Elektromobilität und des autonomen Fahrens erinnern die Fahrzeuge an Zeiten, als einem im Auto noch nichts abgenommen wurde“, meinte Vogelpohl.

Das dachten auch viele Umstehende, als quasi die komplette Modellpalette von Mercedes ab den 30er Jahren bis in die 80er Jahre hinein an ihnen vorbeifuhr. Amerikanische Mercedes-Cabrios waren an den dicken Stoßstangen zu erkennen, die man schon in den 70er Jahren in den USA verlangt hatte, berichtete Maier.

Das älteste Auto war ein Rolls Royce „Playboy“ von 1923

Das älteste Auto war ein Rolls Royce „Playboy“ von 1923 mit sechs Zylindern und „genügend“ PS, der seit 50 Jahren demselben Besitzer gehört und unter anderem schon in Sizilien und in Schottland unterwegs war. Ein weiteres Auto von 1923 war der Citroën B2 von Dieter Walz, der mit seinen 18 PS immerhin noch Tempo 80 schaffte. Hingucker waren zudem eine Borgwart Isabella, dazu ein Volvo Amazon von 1966 – stilecht mit einem ausgebauten Eriba-Familia-Anhänger.

Wiedersehen mit den ersten eigenen Autos, etwa dem VW Käfer

Zu den absoluten Publikumslieblingen gehörten zudem zwei BMW Isetta („Knutschkugel“) mit ihren tropfenförmigen (Tear-Drop) Wohnwagen-Anhängern, ein Goggomobil und auch ein VW Camper T3 Joker. Große Freude lösten Autos aus, die bei so manchen Gast unter der Rubrik „mein erstes Auto“ liefen: Dazu gehörten natürlich die VW-Käfer, ein Opel Kadett C von 1976, ein VW Jetta und ein Ford Granada.

„Wenn man denn könnte, wie man wollte, dann wär der Bully-Bus ein Wunsch-Objekt oder ein Mercedes W 123“, urteilte ein Autofan aus Lörrach angesichts eines Bully-Exemplars. Der W 123 h hat einen hohen Bekanntheitsgrad durch die Fernsehserie „Der Bergdoktor“ und gehört zu den alltagstauglichen Gefährten, denn die Ersatzteillage bei Mercedes ist ausgesprochen gut.

Das Picknick der Fahrer im Kurpark jedenfalls lieferte vielen Autofans und Hobbyschraubern Gelegenheit, Fragen zu den Fahrzeugen zu stellen, von denen einige auch zu verkaufen waren, darunter ein VW Kübelwagen und ein Morris Minor.

Neu aufgelegt wurde die Möglichkeit, gegen eine Spende in einem von sechs dafür vorgesehenen Oldtimern eine Runde durch den Kurpark mitzufahren. Hier war der Jeep aus dem Jahr 1943 von Manuela Warga das Lieblingsauto überhaupt – sie fuhr viele strahlende kleine Buben durch die Gegend. „Das ist eine Non-Profit- Veranstaltung, die Gelder aus den Rundfahrten wollen wir zugunsten der Seniorenarbeit im Kurort spenden“, erklärte Rhode.

Rundfahrten mit dem Jeep durch den Kurpark

Entzückt zeigten sich zudem Camping-Fans vom original wieder hergerichteten Eriba-Wohnwagen samt Häkeldecke als Bettüberwurf, Sitzecke im 60er-Jahre-Stil und Hubdach von Elke-Maria und Michael Pfaff.

Nico aus Bad Bellingen und seine Freunde dagegen favorisierten einen Renault Alpin, einen Alfa Montreal oder einen Mercedes Sportwagen – „damit einmal fahren wär’ klasse“, sagten sie.

In Kombination mit den Oldtimer-Tagen wurde auch ein Antikmarkt veranstaltet. Schönes altes Porzellan, Schmuck, Bilderrahmen und andere hochwertige Antiquitäten konnten dabei bestaunt werden. Sammler wurden hier fündig.

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