Bad Bellingen Kurparkweiher schnappt nach Luft

Christian Runge von der Kurpark-Gärtnerei schöpft den Schaum vom Weiher ab.Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Was ist hier los, mag sich der eine oder andere Besucher des Bad Bellinger Kurparks denken, wenn er die dicke Schaumschicht auf dem Kurparkweiher sieht. Die Schaumschicht zeigt, dass der Weiher angefangen hat, sich zu regenerieren.

Von Alexander Anlicker

Bad Bellingen. „Es wird noch 14 Tage schlimmer, dann wird es besser“, kommentiert Dennis Schneider, Geschäftsführer der Bade- und Kurverwaltung Bad Bellingen die Schaumbildung. Mit Unterstützung der Firma „Fautz – Die Gärten“ aus Bad Krozingen, die viel Erfahrung mit Garten-, Schwimmteichen und auch größeren Weihern mitbringt, hat die Bade- und Kurverwaltung begonnen, den Kurparkweiher zu sanieren.

Der in den 1970er Jahren am Standort eines ehemaligen – nach dem Bau desGrand Canal d’Alsace (Rheinseitenkanal) – verschwundenen Rheinarms künstlich angelegte Weiher, hatte einst zwei natürliche Zuflüsse, die zwischenzeitlich versiegt sind.

Der Zulauf zum Weiher ist versiegt

Ursache hierfür ist laut Bürgermeister Carsten Vogelpohl der Klimawandel. Die Quellfassungen der Zuläufe liegen oberhalb der Neubaugebiete, erläuterte der Rathauschef und schließt damit die Baugebiete als Ursache aus, wie jüngst Gemeinderat Wolfgang Müller in einer Ratssitzung mutmaßte.

„Wir haben zunächst eine Wasseranalyse machen lassen“, erläutert Kurgeschäftsführer Schneider: „Das Wasser ist gut.“ Der Sauerstoffgehalt liege jedoch bei nur 30 Prozent, normal seien 70 Prozent, erläutert Schneider.

Bereits im vergangenen Jahr habe man einen Belüfter eingesetzt, der hat jedoch nur die oberen 20 Zentimeter ausreichend belüftet. Jetzt wurde ein neuer leistungsstarker Belüfter installiert. Dieser bringe nicht nur mehr Sauerstoff ins Wasser, sondern auch biologische Vorgänge in Gang. Zusätzlich wird noch ein biologisches Mittel namens „Schlixx“ eingesetzt, dass den Abbau von organischem Schlamm beschleunigen soll.

Das Laub der umstehenden Bäume, aber auch die im Weiher lebenden Gelbwangenschildkröten, Karpfen und Kois sorgen für Biomasse, die sich am Grund des Weihers absetzt, so dass sich eine rund 80 Zentimeter dicke Schlammschicht gebildet hat. Der Weiher ist an seiner tiefsten Stelle übrigens 1,80 Meter tief.

Außerdem wurden die defekten Fontänen wieder in Stand gesetzt. Diese reichen aber alleine zur Belüftung des Weihers nicht aus.

Biologisches Mittel soll Schlammschicht reduzieren

Das eingesetzte Mittel besteht aus zwei Komponenten, einer mineralischen sowie Bakterien, die für die Zersetzung des organischen Materials sorgen. Dadurch reduziert sich die Schlammschicht, übrig bleibt dann eine dünnere mineralische Sedimentschicht. Bis dahin schäumt es im Weiher ordentlich.

Biologische Reinigungsstufe ist geplant

„Es wird erst mal schlimmer, bevor es besser wird“, zitiert Schneider die Garten- beziehungsweise Gewässerexperten. „Wir sind guter Dinge, dass es bis Oktober/ November besser wird.“ Die Hoffnung ist, dass die Schlammschicht von 80 auf 30 Zentimeter zurückgeht.

Ohne Belüfter wird es auch künftig nicht gehen, erklärt der Kurgeschäftsführer. Zudem wolle man auf längere Sicht eine biologische Klärstufe einbringen, beispielsweise eine Schilfzone, in der sich das Wasser auf biologische Weise regenerieren kann, wie sie auch bei Schwimmteichen angelegt wird. Die Gemeinde überlegt zudem, wie wieder mehr Wasser in den Kurparkweiher fließen kann, ergänzt der Bürgermeister. Unter anderem wird überlegt, ob man den Überlauf von Brunnen in den Weiher leiten kann.

„Die erforderliche Gesamtsanierung kann ohne finanzielle Unterstützung nicht von der Bade- und Kurverwaltung gestemmt werden, die Kosten belaufen sich auf rund 600 000 Euro. Daher wird mit anderen Maßnahmen versucht, den Weiher zu retten“, teilte die Bade- und Kurverwaltung mit.

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