Bad Bellingen Land gibt 800 000 Euro für die Balinea Thermen

Tourismusminister Guido Wolf (links) bei der virtuellen Übergabe des Förderungsbescheids an Bürgermeister Carsten Vogelpohl Foto: zVg/Ministerium

Bad Bellingen -  Die Kommune Bad Bellingen erhält den Höchstbetrag der möglichen Förderung in Höhe von 800 000 Euro aus der Stabilisierungshilfe des Landes für kommunale Thermen und Mineralbäder. Tourismusminister Guido Wolf übergab in einer Videokonferenz einen Förderbescheid in dieser Höhe an Bürgermeister Carsten Vogelpohl.

Der Zuschuss dient dem teilweisen Ausgleich der finanziellen Schäden kommunaler Thermen und Mineralbäder durch die Covid-19-bedingten Einschränkungen für die Zeit von März bis September 2020. Für die Zeit des zweiten Lockdowns können gegebenenfalls weitere Hilfen aus Bundesprogrammen beantragt werden, teilt das Justizministerium mit.

Tourismusminister Guido Wolf wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Im Jahr 2019 entfiel noch fast ein Viertel der Übernachtungen auf Heilbäder und Kurorte im Land. Wellness und Gesundheitstourismus sind ein enormer Wirtschaftsfaktor in Baden-Württemberg. Das soll auch nach der Krise so sein. Umso wichtiger ist es, dass wir die Kommunen, die durch die Krise erhebliche Defizite ihrer Thermen tragen müssen, finanziell unterstützen können.“ Weiter sagt er: „Ich kenne die Balinea Thermen und habe sie auch im Herbst 2019 zum Jubiläum selbst besucht, sie sind ein wichtiges Ausflugs- und Reiseziel im Markgräflerland.“

Freude bei Kommune

Bürgermeister Vogelpohl sagt dazu, es freue ihn sehr, dass die Kommune vom Land die maximal mögliche Fördersumme erhalten habe. „Als kleine und ländlich geprägte Gemeinde verschafft uns diese Unterstützung etwas Luft. Hier in Bad Bellingen ist das vor allem auch ein Signal, um nach dem vergangenen Jahr, das überaus schwierig war, wieder in die Zukunft zu schauen.“

Kurgeschäftsführer Dennis Schneider betont auf Nachfrage unserer Zeitung, dass er die Zusage des Höchstbetrags an Fördermitteln als „sehr positiv“ bewertet.

„Damit ist das Jahr 2021 wohl gesichert, und auch unsere Mitarbeiter können beruhigt sein, auch jene, die momentan aufgrund der Kurzarbeit zu Hause sind.“ Aufgrund der Förderzusage könne er so entspannt sein „wie lange nicht mehr“, sagt Schneider.

Auch der heimische Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger (SPD) teilt mit, er freue sich, dass auch Bad Bellingen von dieser Stabilisierungshilfe profitiert und sogar den Höchstbetrag erhält. „Es höchste Zeit, dass endlich auch kommunale Thermalbäder wie in Bad Bellingen Unterstützung bekommen“, wird er zitiert.

Bereits im Sommer habe sich Stickelberger umfassend bei Bürgermeister Vogelpohl über die Situation informiert. Deutlich wurde schon da, dass die Corona-Pandemie für das Bellinger Thermalbad ein großes Problem ist. Denn schon vor Ausbruch der Pandemie hatte die Gemeinde dem Bad eine Million Euro zur Verfügung gestellt, die dann jedoch zur laufenden Finanzierung und nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen für Investitionen verwendet werden musste.

Zum Hintergrund

Die Heilbäder und Kurorte in Baden-Württemberg sind für den Tourismus im Land von großer Bedeutung, heißt es. Sie erwirtschafteten in Baden-Württemberg bis 2019 jährlich einen Bruttoumsatz von rund 3,5 Milliarden Euro. Die Heilbäder und Kurorte sind in besonderem Maße von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie betroffen.

Dem will das Tourismusministerium mit einem Investitionsprogramm „Heilbäder“ mit einem Volumen von mehr als 15 Millionen Euro begegnen. Als eine Maßnahme stellt die Landesregierung durch das Tourismusministerium 15 Millionen Euro als Stabilisierungshilfe für die Thermen und Mineralbäder betreibenden Kommunen zur Verfügung. Diese sind zunächst auf die Verluste im Zeitraum von März bis September 2020 ausgerichtet (da für die Zeit ab November der Bund eigene Hilfen für die betroffenen Branchen angekündigt hat).

Die Kommunen können bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen Stabilisierungshilfen von jeweils bis zu 800 000 Euro erhalten.

Es wurden bislang insgesamt 23 Anträge von Kommunen eingereicht. Es konnten bislang 15 Anträge mit einem Bewilligungsvolumen von rund neun Millionen Euro bewilligt werden.

Zudem fördert das Tourismusministerium eine Marketingkampagne der Heilbäder und Kurorte Marketing Baden-Württemberg GmbH (HKM) unmittelbar für die Zeit des Wiederanlaufens nach dem Lockdown mit 300 000 Euro. Diese Kampagne zielt insbesondere auf Gäste aus den unmittelbaren Nachbarländern Schweiz und Frankreich (dort insbesondere Elsass) ab.

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